Performance Frederika Tsai und ihre Performance

Vielseitig begabt: Frederika Tsai.
Vielseitig begabt: Frederika Tsai. © Foto: Theater Ulm
Ulm / abo 01.09.2018

Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Was soll das alles? Es sind die ganz grundlegenden Fragen, mit denen sich die Regisseurin Frederika Tsai und der Choreograf Ziya Aktas in „Our Lives“ auseinandersetzen. Die interaktive Performance war im Juni in Neu-Ulm zu erleben und wird erneut am 18. und 19. Oktober bei der Eröffnung des „Labors“ im Roxy zu sehen sein.

Der Zuschauer soll zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben ermutigt werden. „Jeder Mensch ist ein eigener Kosmos für sich“, erklären die Macher. „Wie wäre es, wenn wir in Kontakt treten und unsere Erlebnisse im Leben und unsere Gedanken über das Leben austauschen?“

Geburt, Heranwachsen, Altern und Tod sind zentrale Schlagwörter. Dabei werden sich nicht nur die Künstler während der Performance selbst ausdrücken; die Zuschauer werden sich nicht nur im Zentrum des Geschehens befinden, sondern selbst zu Akteuren werden. Tsai hat  „Our Lives“ konzipiert und setzt die Performance zusammen mit Aktas und Camine Romano (Choreografie), Yi-jou Chuang (Bühnenbild) und Rachid Benachour (Musik) um.

Die Künstlerin wurde 1979 in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh geboren, studierte dort Musik- und Theaterwissenschaft, kam 2002 nach Deutschland, studierte weiter, promovierte in Bonn über „Who are you? Gender-Aspekte in Opern des 20. und 21. Jahrhunderts“ und arbeitete an verschiedenen Bühnen.

2015 kam Tsai als Regieassistentin ans Theater Ulm, war in den vergangenen Jahren aber auch an Kunstaktionen in der Stadt beteiligt, unter anderem hat sie sich 2017 die kulturelle Entdeckungsreise „Flaneur in the City“ von der Innenstadt bis zur Wilhelmsburg ausgedacht. Mittlerweile lebt Tsai in Berlin, präsentierte dort zuletzt „Formosa, WTF“, eine fünfwöchige Installation mit Performances in der Galeria Steiner.

Ein ganz besonderes Projekt setzt sie derzeit in ihrem Geburtsland um: In der Konzerthalle am National Kaohsiung Center for the Arts inszeniert sie Leonard Bernsteins „Candide“ zum 100. Ge­burtstag des Komponisten. „Zum ersten Mal wird diese Operette in Taiwan komplett gezeigt“, sagt sie. „Ich freue mich sehr, dass ich als junge Regisseurin in meiner alten Heimat mein Können zeigen kann.“ Gut, dass man auch in Ulm ihre Arbeit weiter erleben kann.

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