Fußball Französische Fans feiern WM-Sieg auch ohne Korso 

Ulm / Von Frank König 16.07.2018
Im Fischerviertel feiern Studenten und Sprachschüler den Sieg der Equipe Tricolore. Enttäuschte Mienen bei den Kroaten.

Riesenjubel unter einer Handvoll französischer Fans im Fischerviertel und am Rathaus, nachdem die Equipe Tricolore in Russland am Sonntagabend mit einem 4:2 gegen Kroatien zum zweiten Mal Fußballweltmeister wurde. Traurige Mienen dagegen bei den Hunderten von Kroaten, von denen einige dann noch einen Autokorso starteten. Bei den französischen Fans handelte es sich vor allem um Sprachschüler und Studenten, so dass die Sieger augenscheinlich kein einziges Auto mit blau-weiß-roter Flagge auf den Altstadtring brachten. Das machte sie nicht weniger sympathisch. So war Elodie (22), die in Ulm ein Master-Studium absolviert, am Q-Muh mit ihren Kommilitonen außer sich vor Freude, als das Spiel in Moskau abgepfiffen wurde. Sie breiteten Fahnen aus, auch Zidane-Shirts waren zu sehen.

„Griezmann“-Rufe an der Blau

Zuvor waren auf der Public-Viewing-Meile entlang der Blau schon „Griezmann“-Rufe nach dem erfolgreichen Freistoß und Elfmeter des französischen Superstars zu hören. Die Kroaten skandierten am Ende nochmal „Hrvatska“. Es soll am Rathaus zu Rangeleien gekommen sein, war seitens der Security zu hören. An der „Zill“ saß eine Gruppe junger französischer Sprachschüler, die in Ulm in einem Wohnheim untergebracht ist,  mit Kroaten jedoch friedlich zusammen.

Am  „Wilden Mann“ schätzte Wirt Michael Freudenberg, dass die Kroaten mit 90 Prozent in der Überzahl waren: viele mit Flaggen, kroatischen Shirts und Hüten. Zwei Besucher des Donaufests aus Augsburg sympathisierten an der „Zill“ mit ihnen: weil der Urlaub in Kroatien immer so schön ist. Auf dem ausklingenden Donaufest lief das Public Viewing im Donausalon. Holzkünstler Uwe Köhle schaute sich das Spiel an seinem Stand an der Stadtmauer auf dem iPad als Internetstream an. Ein vorbeikommendes Paar aus Tübingen favorisierte die Franzosen, weil sie sympathischer seien. Die Tochter sei aber ein Fan des früheren Bayern-Spielers Mario Mandzukic: „Wir kloppen uns deshalb aber nicht.“

Als wichtigster Standort für die Fans erwies sich das Q-Muh am Lautenberg  mit Leinwand auf der Blauinsel und mit von der Polizei geschätzten etwa 2000 Fans. Die Polizei patroullierte mit Streifen im Fischerviertel und hatte nach Ende des WM-Finales auch die Rest-Korso-Situation in der Neuen Mitte genau im Blick. Es schien im Wesentlichen alles in geordneten Bahnen zu verlaufen.

Polizei hat die Lage im Griff

Bilanz Die Polizei verzeichnete nach dem Sieg der Franzosen gegen die Kroaten im WM-Endspiel gestern Abend keine Vorkommnisse. Es habe wohl eine kleine Auseinandersetzung von Fans beider Gruppen am Rathaus gegeben, aber da sei rasch eine Streife eingetroffen. Den Rest-Korso der Kroaten habe man dann in der Neuen Mitte einvernehmlich aufgelöst.

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