Der König tanzt, und zwar der Sonnenkönig Ludwig XIV. – wenngleich nicht in Versailles, sondern im deutlich weniger barocken Ulmer Kornhaus. Aber für die historische Authentizität ist ja auch das Hassler-Consort zuständig in seiner Reihe „Originalklang“. Der Verein Alte Musik Ulm und sein künstlerischer Leiter Franz Raml eröffnen die Saison am 23. Februar mit dem Programm „Le Roi danse“, mit Musik von Jean-Baptiste Lully (1632-1687), die er für die illustren Ballett- und Opernaufführungen des französischen Herrschers komponiert hatte. Das Barockorchester des Hassler-Consort spielt zudem Suiten von Komponisten, die sich von Lully haben inspirieren lassen und in Süddeutschland wirkten; Caspar Ferdinand Fischer (Rastatt), Sigismund Cousser (Stuttgart) und Georg Muffat (Passau).

Man könnte sagen: ein typisches Raml-Programm, so historisch informiert wie originell, mit Ausgrabungen bestückt. Manches ist dennoch anders in diesem Jahr. Nicht allein im Stadthaus, sondern an vier unterschiedlichen Spielorten wird das Hassler-Consort auftreten, und jedes Programm wird zweimal aufgeführt: an einem Samstagabend sowie am Sonntagnachmittag, um ein größeres Publikum einzuladen.

Auf das Lully-Konzert also am 23. und 24. Februar (19 beziehungsweise 16 Uhr) im Kornhaus folgt dann am 18. und 19. Mai im Bibliothekssaal des Klosters Wiblingen ein Programm mit französischer Musik von Joseph Bodin de Boismortier, Jean Marie Leclair, Jacques Hotteterre und Telemann: „Con flauto dolce“. Mitwirkende sind Teun Wisse, Thomas Triesschijn (Blockflöte), Aude-Marie Piloz (Gambe) und Franz Raml (Cembalo).

In der Trio-Besetzung Pavel Serbin (Gambe), Susanne Schütz (Barockvioline) und Franz Raml (Orgel) spielt das Hassler-Consort am 22. und 23. Juni in der evangelischen Kirche St. Peter und Paul in Jungingen. Dort steht Ulms einzige Barockorgel, ein Instrument von Georg Friedrich Schmahl, und so heißt das Motto und so stammen die Werke von: „Bach und Buxtehude“.

Eine Vivaldi-Gala ist dann am 26. und 27. Oktober im Ulmer Stadthaus zu erleben: Neues und Bekanntes vom Meister der „Vier Jahreszeiten“ mit dem Hassler-Consort und dem jungen englischen Kontratenor Alex Potter. Weitere Informationen unter www.altemusikulm.de