Neu-Ulm Frank Fischer hat Schokolade für die erste Reihe

Frank Fischer: "Sie wissen ja nicht, wie ich so drauf bin." Foto: Oliver Schulz
Frank Fischer: "Sie wissen ja nicht, wie ich so drauf bin." Foto: Oliver Schulz
MICHAEL WATZKA 06.08.2012
Comedian Frank Fischer spielte im Innenhof des Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Museums vor nur 40 Zuhörern - aber die kamen auf ihre Kosten.

Mehr als 600 anerkannte Phobien gibt es. "Da ist für jeden was dabei", weiß Frank Fischer. Glucodermaphobie zum Beispiel: die Angst vor Milchhaut, die selbst Besuch im Weißen Haus zum Verhängnis werden könne. Oder Aulophobie, die Angst vor Flöten. "Angst und andere Hasen" lautet denn auch Fischer aktuelles Bühnenprogramm.

Im nur mäßig besetzen Innenhof des Scharff-Museums ("Schöne Location für Kabarett") gibt es erst mal Schokolade für die Mutigen in der ersten Reihe. Aber auch für die Ängstlichen hat der Komiker Verständnis. "Sie wissen ja nicht, wie ich so drauf bin, ich würds genauso machen."

Fischer ist gut drauf, zweimal 45 Minuten geht es munter durch das Who-Is-Who der deutschen Medienlandschaft. Vom Mann aus der Seitenbacher-Werbung als irrer Don-Corelone-Verschnitt über die omnipräsente Diddl-Maus bis hin zu Klaus Kinski als FDP-Vorsitzenden: Bei Fischer ist "ganz Transsylvanien am Start".

Abgedroschene Kalauer und Plattitüden, wie man sie von Mario Barth und Konsorten bereits zur Genüge kennt, umschifft der Kabarettist. Das ist erfrischend, wobei er ganz ohne den ein oder anderen schalen Witz aus der Dose - etwa über das RTL 2-Nachmittagsfernsehen - doch nicht auskommt

Mit seinen Imitation bekannter Show-Größen wie Udo Lindenberg und Peter Maffay hat Fischer die Lacher auf seiner Seite. Wobei die eher auf den Bekanntheitsgrad der Witze zurückzuführen sind, die mittlerweile zum kabarettistischen Standardrepertoire eines jeden Comedian gehören. Dass er auch origineller kann, zeigt die Parodie auf einen wahnsinnig gewordenen österreichischen Teleshopping-Moderator - ein Höhepunkt des Abends.

Am besten ist Fischer, wenn er mit dem wenigen Publikum fast schon kammermusikalisch interagiert und spontane "Genau!"-Einwürfe schlagfertig kontert.

Nach Zugaben verabschiedet sich Fischer kurz und schmerzlos und "entlässt" sein Publikum in den lauen Sommerabend. Zwar kein Kabarett, aber gut gemachte Comedy.