Vortrag Frank Astor über Motivation und Glück

Frank Astor: Glück liegt im Sinne des Betrachters.  Foto: B. Rindle
Frank Astor: Glück liegt im Sinne des Betrachters. Foto: B. Rindle © Foto: Rindle
Neu-Ulm / Bernd Rindle 10.12.2016

Mit dem Glück ist es so eine Sache. Die einen haben’s, die anderen nicht. Manche haben Glück und bemerken es nicht, nicht wenige streben danach, meinen aber Geld. Frank Astor meint, dass jeder für sein Glück selbst verantwortlich ist. Wie auch immer, eines steht fest: Glück hatte, wer im Besitz einer Eintrittskarte für die Hochschule Neu-Ulm war, wo der Business-Kabarettist im Rahmen der SWP-Erfolgsreihe „Südwest-Impuls – Vorsprung durch Wissen“ mit seinem Impulsvortrag zum Thema Motivation und Glück auf der Bühne stand.

Was Fortuna betrifft, gehen die Meinungen seit Menschengedenken auseinander. Wer resistent gegen Schrammel-Tinnitus ist, neigt gern, Heurigen beseelt, zum Wienerlied und glaubt, das „Glück is’ a Vogerl“, das von einem zum anderem fliegt. Das in diesem Fall zwangsläufig irgendwann einmal auch jene heimsuchen würde, die sich zurücklehnen und warten, bis es zu einem kommt. Was für Frank Astor ein reiner Glücksfall wäre. Wobei der Entertainer nicht so weit geht, dass man das Glück erzwingen kann, er sich aber sicher ist, einiges dafür tun zu können.

Was mit der Selbstreflexion beginnt. Denn Glück, sagt er, liegt im Sinne des Betrachters. Fortunas Pfad führe erst mal zu sich selbst, zur inneren Einkehr und der Erkenntnis: „Der wichtigste Daseinsgrund ist, glücklich zu sein.“ Er rät in diesem Zusammenhang in sich zu gehen, negative Grundhaltungen auszubremsen und sich einmal die Dinge zu vergegenwärtigen, „die gut sind in Deinem Leben“. Nicht zuletzt ausgehend von der Erkenntnis, dass alles ohne Gesundheit nichts ist. „Typisch deutsche“ Bedenken nach dem Schema „wie lange das wohl gut geht“, seien kontraproduktiv, man müsse das Glück auch annehmen und vorbehaltlos genießen können: „Dankbarkeit ist der Königsweg zum Glück.“

Astor redet dabei nicht dem Egoismus das Wort: „Anderen zu helfen, ihnen mal etwas Gutes zu tun“, mache bereits glücklich. „Zu überraschen und eine Freude zu bereiten, ist ein gutes Mittel gegen Melancholie.“ In der Frage, was Glück denn überhaupt bedeutet, weist Astor auf die Verhältnismäßigkeit der Umstände hin, die von der Natur des Menschen genährt werden. „Wenn jemand 3000 Euro verdient, ist er so lange glücklich, bis er erfährt, dass alle anderen 6000 bekommen.“ Um noch eine weitere Frage aufzuwerfen: „Macht Geld glücklich?“ Der eine besitzt sieben Millionen Euro, der andere hat sieben Kinder. Wo liegt der Unterschied? Die Antwort gibt er selber: „Der erste will noch mehr.“ Was nicht bedeutet, dass er glücklicher ist: „Unsere Gedanken machen uns unglücklich.“

„Geld“, sagt der Entertainer vom Ammersee, „verdirbt nicht den Charakter – es macht ihn nur deutlich.“ Bernd Rindle

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