Ulm Fokus bei Uzin auf neuem Vorstand

Lockere Stimmung zur Bilanzvorlage bei Uzin mit (v. l.) Heinz Leibundgut, Philipp Utz, Aufsichtsratschef Werner Utz, Julian Utz und dem scheidenden Vorstandschef Thomas Müllerschön.
Lockere Stimmung zur Bilanzvorlage bei Uzin mit (v. l.) Heinz Leibundgut, Philipp Utz, Aufsichtsratschef Werner Utz, Julian Utz und dem scheidenden Vorstandschef Thomas Müllerschön. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Frank König 17.04.2018
Generationswechsel beim einzigen börsennotierten Unternehmen in Ulm: Julian und Philipp Utz übernehmen das Steuer.

Ganz im Zeichen des Generationswechsels stand am Dienstag die Bilanzpressekonferenz beim Hersteller von Produkten zum Bodenverlegen Uzin Utz. Ein fast vollständig neu besetztes Vorstandsteam wird nach dem Aktionärstreffen Mitte Mai das einzige börsennotierte Unternehmen in Ulm führen. Im Mittelpunkt stehen dabei die beiden Söhne von Mehrheitsaktionär und Aufsichtsratschef Werner Utz, Julian und Philipp Utz (beide 36). Sie zeichnen für die Unternehmensstrategie verantwortlich; Julian Utz außerdem für Produktion, Forschung und Personal; sein Bruder Philipp für Einkauf, Logistik und IT. Beide gehören dem Vorstand seit Jahresanfang an, haben aber bis zur Hauptversammlung – neben ihrem Vater – noch einen erfahrenen Coach: den Vorstandsvorsitzenden Thomas Müllerschön (49), der 21 Jahre lang bei Uzin war und, wie berichtet, eine neue Aufgabe in der Spitze der Dekra in Stuttgart übernimmt.

Im neuen Vorstand, in dem Heinz Leibundgut  (61) – nun mit dem Finanzressort – für Kontinuität sorgt, gibt es in Zukunft keinen Vorsitzenden oder Sprecher mehr. So könne man sich mehr auf die operativen Aufgaben konzentrieren, sagte Philipp Utz.

Die Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr 2017 präsentierte nochmal Müllerschön: mit einem Umsatzwachstum um mehr als acht Prozent auf rund 296 Millionen Euro. Er untermauerte das schon länger strategisch festgelegte Umsatzziel für 2019 von 400 Millionen Euro. Im Zuge der stark auf 17 Millionen Euro ausgebauten Investitionen – auch in das Codex-Fliesenkleberwerk im Industriegebiet Donautal – ging das Ergebnis vor Steuern leicht auf rund 24 Millionen Euro zurück. Die Dividende für die Aktionäre soll auf dem Rekordlevel von 1,30 Euro je Aktie bleiben.

„Optimierung endet nie“

Die von Müllerschön aufgelegten Effizienzprogramme tragen derweil weiter ihre Früchte: auch im abgelaufenen, vierten Jahr mit etwa zwei Millionen Euro. „Optimierung endet nie“, sagte Müllerschön. Dabei ist bemerkenswert, dass es sich um Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter handelt, die auch bei der neuen Initiative „Käpsele gesucht“ im Fokus stehen: mit Vorschlägen für Digitalisierungsvorhaben. Das Siegerteam kann dann San Francisco und das Silicon Valley besuchen.

Der Konzern mit 20 ausländischen Produktionsstätten zählte zuletzt 1164 Mitarbeiter, davon mehr als 600 im Inland, vor allem am Firmensitz in Ulm. Der Auslandsanteil am Umsatz beträgt fast 60 Prozent, Deutschland mit seiner starken Baukonjunktur bleibt aber Hauptmarkt. Müllerschön zeigte, dass die Chemie bei Uzin stimmt. Mit Blick auf das Team sagte er: „Das sind alles extreme Profis.“ Werner Utz (70) nannte er einen „phantastischen Aufsichtsratsvorsitzenden“.

Zweites Werk in den Vereinigten Staaten denkbar

Ausblick Vorstandsvorsitzender Thomas Müllerschön verzichtete gestern auch mit Blick auf aktienrechtliche Vorschriften auf einen detaillierten Ausblick auf 2018. Die Baukonjunktur in Deutschland laufe zwar gut, das gelte aber nicht für alle Exportänder von Uzin.

Absatz Der Konzern verkauft seine Produkte zum Bodenverlegen ausschließlich über den Fachhandel an Handwerker, nicht über Baumärkte. Für Uzin ist daher auch entscheidend, dass das Handwerk über genügend Kapazitäten und Nachwuchs verfügt.

Export Die Exportquote liegt bei 59 Prozent, Uzin ist in 50 Ländern vertreten. In den USA gibt es Pläne für eine zweite Fabrik an der Westküste, nachdem das 2015 eröffnete erste Werk für Spachtelmassen an der Ostküste (US-Bundesstaat Delaware) sehr gut läuft.

Aktionärstreffen Die Hauptversammlung der Uzin Utz AG geht am Dienstag, 15. Mai, in der Donauhalle über die Bühne. Das ist dann der letzte Arbeitstag von Thomas Müllerschön, der unmittelbar danach seinen neuen Job als Finanzvorstand der Dekra antritt.