Bildung Förderung für Lernfabrik

Ulm / swp 12.01.2019

Am heutigen Samstag feiern die Beruflichen Gymnasien in Ulm ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Kornhaus. Just zu diesem Termin trifft eine erfreuliche Nachricht aus Stuttgart ein: In der zweiten Förderrunde des Wirtschaftsministeriums für Lernfabriken an beruflichen Schulen ist Ulm mit dabei. Die Stadt hatte einen Antrag auf eine Fördersumme von rund 193 000 Euro eingereicht. Am 23. Januar wird der Bescheid in Stuttgart offiziell übergeben.

In der Lernfabrik „Smart Factory Industrie 4.0“ sollen Schülerinnen und Schüler einen industriellen Fertigungsprozess in einem Grundlagenlabor mit einzelnen Modulen kennen lernen, die zu einem verketteten Anlagensystem zur Montage von Smartphones zusammengeschaltet werden können. Zur Lernfabrik gehören eine Roboterstation, ein mobiler Roboter, ein 3-D-Drucker und ein Fertigungsleitrechner. Über ein ERP-System („Enterprise Resource Planning“) kann der betriebliche Gesamtablauf mit Einkauf, Lagerhaltung und Produktionsplanung in Form von Kundenaufträgen geschult werden.

Die Produktion ist an der Robert-Bosch-Schule vorgesehen. Die Verbindung der Friedrich-List-Schule zur Lernfabrik erfolgt über eine sogenannte Fertigungscloud, über die ein Produktionsprozess gestartet werden kann. Bei einer Vielzahl der an beiden Schulen unterrichteten Berufe und Bildungsgänge bestehen sinnvolle Anknüpfungspunkte an die geforderten Ausbildungsinhalte. Wichtige Unterrichtselemente sind neben den Bereichen Automatisierung, Steuerung und Programmierung die Bereiche Rechnungswesen, Monitoring und Controlling.

Schulen arbeiten zusammen

Die Schulleiter der Robert­-Bosch-Schule und der Friedrich­-List-Schule, Anne-Katrin Gräber und Markus Pfeil, freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit. Im Betrieb müssten die kaufmännischen Auszubildenden später auch die technischen Abläufe kennen und verstehen, um den Produktionsprozess richtig planen zu können. Umgekehrt müsse ein Auszubildender im Bereich Metall- oder Elektrotechnik Verständnis für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge mitbringen. Dies könne in der Lernfabrik optimal geübt werden. Im Zeitalter der Digitalisierung ist es für uns berufliche Schulen wichtiger denn je, auch schulübergreifend zusammenzuarbeiten und Synergie-Effekte zu nutzen.“

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hat Oberbürgermeister Gunter Czisch zur Förderung gratuliert. Der OB in einer Mitteilung: „Ich freue mich, dass unser Konzept die Jury überzeugt hat.“ Der Stadt sei es ein Anliegen, die Auszubildenden an den beruflichen Schulen optimal auf die sich verändernde Arbeitswelt vorzubereiten. Durch die Beteiligung von mehreren Unternehmen aus der Region als Kooperationspartner und Sponsoren der Lernfabrik werde der Transfer in die betriebliche Praxis sichergestellt.

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