Neu-Ulm Flussmeisterei-Gelände kann verkauft werden

Der Zoff um das Gelände der Flussmeisterei am Neu-Ulmer Jahnufer geht weiter: Nun melden sich die Grünen zu Wort.
Der Zoff um das Gelände der Flussmeisterei am Neu-Ulmer Jahnufer geht weiter: Nun melden sich die Grünen zu Wort. © Foto: privat
EDWIN RUSCHITZKA 07.08.2012
Der Streit zwischen Neu-Ulm und dem Freistaat über den Verkauf der Flussmeisterei ist beigelegt. Was Bayern mitverdient, blieb noch geheim.

Die Stadt Neu-Ulm kann das Flussmeisterei-Gelände an die Realgrund zum Bau des Wohnparks am Jahnufer verkaufen. Nach Auskunft des Fachbereichsleiters Anton Bullinger haben sich Vertreter der Stadt und des Freistaats geeinigt. Was Bayern mitverdient, wollte er nicht sagen: Grundstücksgeschäfte seien kein Thema für die Öffentlichkeit.

Dabei liegen fast alle Zahlen auf dem Tisch: OB Noerenberg hatte der SÜDWEST PRESSE gegenüber auf Anfrage erklärt, dass die Stadt das etwa 3200 Quadratmeter große Areal vor mehr als zehn Jahren zu einem Preis von 195 Euro pro Quadratmeter erworben hatte. Kaufpreis: rund 615.000 Euro. Auch der Verkaufspreis an die Realgrund ist durchgedrungen: 650 Euro pro Quadratmeter - unter dem Strich knapp über 2 Millionen Euro. Hätte die Stadt Neu-Ulm also um die 1,4 Millionen Euro verdient. Was sie aber nicht tut. Was sie an Bayern überweisen muss, gehe die Öffentlichkeit nichts an, heißt es im Rathaus.

Laut Bullinger habe sich die Stadt beim Kauf der Flussmeisterei mit einer Nachzahlungsverpflichtung einverstanden erklärt, sollte das Areal höherwertig genutzt werden. Auch habe sich der Freistaat seinerzeit für alle Fälle ein Wiederkaufsrecht zusichern lassen. Neu-Ulm hatte das Grundstück deshalb so billig erstanden, weil zuerst eine kommunale Nutzung im Raum stand. Dann aber entschloss sich die Stadt, die Flussmeisterei an die Realgrund zu verkaufen. Mit dem bereits erworbenen Lebkuchen-Weiss-Gelände stehen dem Ulmer Wohnbauunternehmen dann über 7000 Quadratmeter zum Bau eines exklusiven Wohnparks zur Verfügung. 130 Wohnungen sind geplant, sie sollen verkauft werden zu Preisen zwischen 3300 und 7000 Euro pro Quadratmeter.

Ein Detail gab Bullinger noch bekannt: Das brach liegende Grundstück der Flussmeisterei sei im Verlauf der Jahre im Wert gestiegen, weil das Umfeld saniert worden sei. Der Freistaat habe der Stadt zugestanden, dass sie diese Wertsteigerung für sich reklamieren dürfe.

Bei der Realgrund freut man sich über die Einigung. Geschäftsführer Walter Hopp rechnet mit der Baugenehmigung im Oktober. Dann sollen auch die Abbrucharbeiten beginnen. Die Fertigstellung könne sich von Frühjahr auf Sommer 2014 verzögern, sagte er.