Gerlenhofen Floß für die Flussseeschwalbe: Azubi-Projekt am Plessenteich

Das Evobus-Floß wird von seinen jungen Erbauern zu Wasser gelassen, rechts Wolfgang Gaus, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Plessenteich.
Das Evobus-Floß wird von seinen jungen Erbauern zu Wasser gelassen, rechts Wolfgang Gaus, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Plessenteich. © Foto: Beate Storz
Gerlenhofen / BEATE STORZ 11.04.2014
Auszubildende von Evobus haben ein Brutfloß für die Vögel am Plessenteich gebaut. Die Spende freut den Verein Gau-Schutzgemeinschaft.

Die Flussseeschwalbe hat nun ein High-Tech-Brutfloß. Evobus-Auszubildende überreichten die schwimmende Brutstätte an die Gau-Schutzgemeinschaft direkt am Gerlenhofener Plessenteich. Die sechs jungen Leute haben mehr als 40 Arbeitstunden investiert, 52 Kilo Aluminium verschweißt und zwölf Kunststofffässer zusammengebunden.

Das Ergebnis ist ein guter Brutplatz für die vom Aussterben bedrohte Flussseeschwalbe. Wolfgang Gaus, der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Gau Plessenteich, betonte, wie wichtig Brutflächen für die Tiere sind. "Donau und Iller haben keine Kiesinseln mehr, somit können die Flussseeschwalben dort nicht mehr brüten. Das Brutfloß könnte ein Alternative sein, vorausgesetzt, die Lachmöwen nehmen es nicht in Beschlag." Er freut sich, dass gerade junge Menschen dieses Projekt durchführten. Denn Naturschutz sei im Allgemeinen eher was für ältere Semester.

Drei Auszubildende, Dominik Haas (19), Anja Hann (18) und Finn Fridrich (20), waren bei der Übergabe dabei und ließen mit vereinten Kräften das Floß ins Wasser gleiten. Der Verein wird die Brutinsel in zwei Wochen mit Drahtseilen festbinden und mit einer Tonne Kies beschweren. "Im April kommen die Vögel aus Afrika zurück und sind sehr erschöpft. Sie werden hoffentlich die neue Brutinsel annehmen", sagt Gaus. Etwa 25 Flussseeschwalbenpaare leben im Sommer am Plessenteich.

Andreas Peter, Leiter des Produktionsverbunds der Evobus, betonte: "Wir als Unternehmen haben auch Verantwortung für die Umwelt. Nicht nur die Ökonomie sondern auch die Ökologie ist für uns wichtig."

Die Gau Schutzgemeinschaft wurde 1979 als Gerlenhofener Arbeitskreis Umweltschutz gegründet. Der Verein hat den Plessenteich vor mehr als zehn Jahren gekauft, um daraus ein Vogelschutzgebiet zu machen.

Die Brutinsel ist nicht das erste Projekt des Neu-Ulmer Busherstellers am Gerlenhofener Plessenteich. Als das Unternehmen 2007 ein großes Zentralersatzteillager in Schwaighofen quasi auf der grünen Wiese errichtete, musste es eine ökologische Ausgleichsfläche schaffen und tat dies am Plessenteich. "Mittlerweile ist hier ein wahres Naturparadies entstanden", sagt Michael Klein, Aftersales-Leiter des Busherstellers. Auf der Ausgleichsfläche, die einst ein Acker war, haben die Vogelfreunde einen hohen Schutzwall errichtet, aufgelockert durch Aussichtspunkte für neugierige Naturliebhaber. Gaus: "Hier haben die Vögel optimale Lebensbedingungen."