Ulm Flamenco-Star Maria Serrano im Ulmer Zelt

Unglaublich ausdrucksstark: Maria Serrano im Ulmer Zelt
Unglaublich ausdrucksstark: Maria Serrano im Ulmer Zelt © Foto: Martina Dach
Ulm / PETRA LEHMANN 17.06.2016
Stürme der Begeisterung: Maria Serrano und ihre Band beeindruckten mit ihren Flamenco-Darbietungen im Ulmer Zelt.

Stolz betritt die Andalusierin die Bühne und verharrt in der typischen Pose: einer Mischung aus Tragik und Schmerz. Dann schraubt Maria Serrano ihre Arme nach oben, bis die Hände die Arbeit übernehmen und die Floreos – die typischen Handdrehungen – machen. Gleichzeitig beginnen die rasanten Zapateados (rhythmisches Stampfen und Klappern mit den Schuhsohlen). Eruption liegt in der Luft, und plötzlich ist er da, der ekstatische Höhepunkt, der so abrupt zu Ende ist, wie er begonnen hat.

Maria Serrano ist eine Meisterin des klassischen wie des modernen Flamencos. Er besteht nicht nur aus Tanz, sondern aus einer Art Wettstreit zwischen Tanz, Gesang, Palmas (rhythmisches Händeklatschen) und Gitarre. Deshalb hat die Tänzerin sich vier ausgezeichnete Musiker in ihre Compañia geholt: Die Sängerin Carmen Fernandez besticht mit ihrer rauen, aber kraftvollen Stimme. Der Gitarrist Christian Cabello sorgt für die klassisch andalusischen Klänge. Der Bassist Pablo Pradas bringt rockige und jazzige Elemente in die Gruppe. Schließlich David Bermudez, der sowohl an der Cajón als auch am Keyboard mit seiner rhythmischen Präzision überzeugt.

Nicht immer ist der Gesang wohlklingend, sondern läuft den Hörgewohnheiten zuwider. Auch Maria Serranos Tanz ist vor allem am Anfang eher von Melancholie und Tragik geprägt – wie so meist im Flamenco. Ihre Körperkontrolle von den Zehen- bis zu den Fingerspitzen, ihre präzise Fußarbeit, Kraft, Leidenschaft und Ausdruck machen diese negativen Gefühle allerdings wieder wett und reißen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

Lustig wird es erst in der Zugabe, wenn die „Königin des Flamencos“ ihre Mitstreiter auffordert, es auch mal mit dem Tanzen zu probieren. Artig tanzt einer nach dem anderen vor, nicht ohne sich absichtlich zum Affen zu machen. Schließlich treten alle Fünf in Flamenco-Manier von der Bühne ab und lassen ein freudig ergriffenes Publikum zurück.