Basketball Finanzierung für Orange Campus steht

Die Finanzierung für den Orange Campus der Ulmer Basketballer steht.
Die Finanzierung für den Orange Campus der Ulmer Basketballer steht. © Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / Hans-Uli Mayer 25.01.2018
Der Ulmer Basketballverein BBU 01 vermeldet: Die Finanzierung für den Orange Campus steht.

Nachdem es zuletzt so aussah, als drohte das Projekt Orange Campus des Ulmer Basketballvereins BBU 01 zu scheitern, vermeldet der Verein jetzt eine Einigung mit drei Banken.

Am Donnerstag hat der Verein bekannt gegeben, dass die drei Volks- und Raiffeisenbanken Langenau-Ulmer Alb, Laup­heim-Illertal und Neu-Ulm Kreditzusagen von jeweils drei Millionen Euro gegeben haben. Und zwar schriftlich fixiert, wie BBU-Geschäftsführer Andreas Oettel am Donnerstag sagt: „Die Zusagen sind unterzeichnet und liegen im Ulmer Rathaus vor.“

Damit ist das letzte fehlende Mosaiksteinchen erbracht. Wie berichtet, war im September im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats ein Beschluss über die Förderung des 20-Millionen-Euro-Projekts durch die Stadt an einer fehlenden Bankbürgschaft gescheitert. Seinerzeit war ein Finanzierungsmodell mit den Sparkassen Ulm und Neu-Ulm und den Volksbanken Ulm und Neu-Ulm favorisiert worden.

Allerdings hatte sich die Sparkasse Ulm – in deren Kreditvergabeausschuss auch der Ulmer Oberbürgermeister Sitz und Stimme hat – zwischenzeitlich entschieden, bei der derzeitigen Dimension des Projekts keinen Kredit zu gewähren, wonach auch die Ulmer Volksbank ihr Angebot zurückgezogen hat. Jetzt gibt es das neue Modell mit den drei VR-Banken.

„Wir haben seit September mit vielen regionalen und überregionalen Banken Gespräche geführt“, sagt Oettel: „Es ist toll, dass wir mit den Genossenschaftsbanken eine regionale Lösung gefunden haben, die auf gegenseitigem Vertrauen basiert.“ Die BBU habe nun alle geforderten Unterlagen eingereicht und den entscheidenden Schritt voran getan, sagt Oettel.

Offenbar wurde auch die Projektplanung etwas angepasst, wie es heißt. Der Verein jedenfalls spricht nun von einem 20-Millionen-Projekt, nachdem im Sommer meist von knapp 23 Millionen Euro und teilweise auch von mehr die Rede war. „20 Millionen sind die echte Nettobelastung“, konkretisiert der Geschäftsführer.

Mit dem Orange Campus will der Verein nicht nur Trainingsmöglichkeiten für die Profimannschaft schaffen, sondern vor allem den eigenen Nachwuchs fördern. „Wir kämpfen seit Jahren um mehr Hallenkapazitäten, um dem großen Interesse der Jugendlichen gerecht werden zu können“, wird Co-Geschäftsführer Thomas Stoll in einer Pressemitteilung zitiert.

Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch bestätigte am Donnerstagabend den Eingang von Unterlagen der Basketballer zur Finanzierung des Orange Campus wenige Stunden zuvor. Bewerten wollte er die jedoch nicht, sagte aber zu, dass die Verwaltung die Unterlagen schnellstmöglich prüfen werde. Zu klären sei beispielsweise, ob es endgültige Zusagen seien, oder solche, die noch an Bedingungen geknüpft sind.

Über das weitere Vorgehen werde dann im Lichte des Prüfungsergebnisses beraten. Außerdem sei die Finanzierung nicht die einzige noch zu klärende Frage gewesen, merkt Czisch an. Die Verwaltung ist dazu in enger Abstimmung mit den Fraktionen, mit denen nötigenfalls ein Zeitplan aufgestellt werde. Entscheiden aber, und das sei wichtig, werde in letzter Instanz der Gemeinderat.

Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg wusste am Abend noch nichts von der aktuellen Entwicklung. „Wenn dem so ist, dann freue ich mich“, sagte er aber. Und: „Dann könnten wohl alle Probleme gelöst sein.“ Der Stadtrat in Neu-Ulm hatte bereits Mitte des Jahres seine Zustimmung gegeben und beschlossen, den Verein mit 1,5 Millionen Euro zu unterstützten.

Daten und Zahlen zum Projekt

Fakten Auf dem 16.000 Quadratmeter großen Areal des ehemaligen Donaubades soll ein Nachwuchsleistungszentrum für den Basketball entstehen. Es sind drei Trainings- und Spielhallen für die Nachwuchsarbeit geplant, eine der Halle ist mit 500 Zuschauerplätzen geplant. In mittlerweile 32 Mannschaften trainiert der Nachwuchs, die Nachfrage ist nach Vereinsangaben weit höher als die Hallenkapazitäten zulassen. Der Verein zählt inzwischen knapp 3000 Mitglieder. Die Spendensammlung steht aktuell bei knapp 650.000 Euro.

Bau-Details Außerdem gehören zum Projekt ein Fitnessstudio, Büroräume, Arztpraxen, ein Biergarten und auch Außenspielfelder, die von der Allgemeinheit genutzt werden können. Die echte Nettobelastung beträgt nach einer Überarbeitung der Pläne 20 Millionen Euro.

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