Lichtschwerter, Explosionen, Türen zu anderen Welten: Seit einigen Jahren dreht und bearbeitet der 17-jährige Adrian Schimmelpfennig aus Ulm Kurzfilme, Filmtrailer und Sketche. Der Abiturient investiert den Großteil seiner Freizeit in die Leidenschaft – und feilt nächtelang an Spezialeffekten: „Ich brenne dafür, es macht mir unglaublich Spaß.“

Youtube

Die Begeisterung für Filme teilt Adrian mit seinem älteren Bruder Nicolas Schimmelpfennig. Ein halbes Jahr lang haben die beiden mit Freunden den Kurzfilm „An Unwanted Trip To The Woods“ gedreht. Im Film treffen jugendliche Partygäste auf mysteriöse Vorgänge im verschneiten Wald. Optisch erinnert der 10-Minüter etwas an die Science-Fiction-Serie „Stranger Things“.

Youtube

Eigentlich wollte Adrians Bruder sich mit dem Werk nur für einen Studienplatz im Fach Film und Theater bewerben „Dann haben wir uns gedacht. Wenn wir so viel Zeit investieren, dann können wir auch ein großes Ding daraus machen“, sagt Adrian. Das Team des Ulmer Kinos „Mephisto“ unterstützte die jungen Filmemacher mit einem Kinoraum und Sektempfang. Die Filmpremiere fand dort im Frühjahr 2019 vor rund 250 geladenen Gästen statt.

Mit YouTube-Tutorials zum Filmemacher

„Ich war schon immer von Filmen fasziniert“, sagt Adrian. Als Kind sieht er ein Making-Of-Video von „Star Wars“: „Das hat mich so fasziniert, wie die alles gemacht haben.“ Seinen ersten Film dreht er mit 12 Jahren als Teil seiner Projektarbeit für die Waldorfschule in Ulm. Schneiden, Bildbearbeitung, Spezialeffekte: Das alles bringt Adrian sich mit Anleitungen und Tutorials aus dem Internet selbst bei. „Ich habe nie einen Cent für irgendeinen Kurs ausgegeben.“

Youtube

Bald gibt Adrian sein Können mit eigenen Tutorials auf YouTube weiter. Doch als YouTuber neben bereits etablierten Größen wie LeFloid oder Rezo Aufmerksamkeit zu bekommen, ist gar nicht so leicht. „Der Algorithmus von YouTube ist der härteste, den es gibt.“

Erfolgreich auf Instagram und TikTok

Um für seine Filmprojekte zu werben, ist Adrian zusätzlich auf Instagram aktiv. Darüber hinaus nutzt er TikTok. Die App bietet Funktionen für die Lippensynchronisation von Musikvideos. Sie ist deshalb vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebt, die dort Playbackvideos von sich hochladen. Adrian macht es anders: Jeden Tag veröffentlicht der Schüler eines seiner Videos mit selbstgemachten Spezialeffekten. In einem davon wechselt er innerhalb eines Wimpernschlages seine Augenfarbe. „Das ist explodiert. Ich habe eine halbe Million Aufrufe bekommen.“ Schon nach wenigen Wochen hat Adrian auf TikTok rund 28 000 Follower gesammelt.

Auf Instagram postet Adrian vor allem Bilder von sich; teils mit Ulmer Sehenswürdigkeiten wie dem Münster oder der Neutorbrücke im Hintergrund. Auf der Plattform bringt er es mittlerweile auf mehr als 21 000 Abonnenten.

Einfluss für die gute Sache nutzen

Seine Reichweite macht ihn als Werbeträger interessant. „Was sich da für Türen öffnen, ist unglaublich“, sagt Adrian. Seit einem dreiviertel Jahr vertritt die Agentur GC – Media Group den Schüler. Doch ein Influencer, der Kleidung bewirbt, will er nicht sein. „Wenn man viele Menschen erreicht, kann man viel mehr bewegen, als nur Werbung für Billigklamotten zu machen.“ Das Potenzial, das in der Reichweite sozialer Medien steckt, fasziniert Adrian. Eines seiner Vorbilder ist der bekannte YouTuber MrBeast, der 20 Millionen Euro für Aufforstung sammelte. „Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.“ Adrian will seine Follower mit Bildern und Videos unterhalten – und später ebenfalls erfolgreich auf gemeinnützige Projekte aufmerksam machen.

Neuer Film in Produktion

Bis dahin läuft die Filmproduktion weiter. Die Brüder Schimmelpfennig arbeiten derzeit an einem neuen Kurzfilm mit dem Titel „Doors“. „Ich hätte mega Bock auf noch eine Kinopremiere“, sagt Adrian.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.