Ulm-Wiblingen Feuriges Spektakel: Ritter begeistern im Kloster Wiblingen

Ulm-Wiblingen / uwe 20.05.2012
Es ist ein Hauen und Stechen ganz nach dem Geschmack der Zuschauer beim Ritterturnier in Wiblingen. Garniert mit ein bisschen Geschichte, gesalzen mit lokalen Anleihen und vor allem spektakulären Feuerszenen – schon ist die nette Unterhaltung in historischer Umgebung fertig.

„Barbarossa und der Löwe“ stellt die Compania Ferrata in diesem Jahr nach, leicht modifiziert und stark verkürzt, versteht sich. Ob es den Kniefall des Kaisers Barbarossa vor dem Herzog im 12. Jahrhundert gegeben hat, mag historisch umstritten sein. In Wiblingen jedenfalls hat er in den vergangenen Tagen gleich mehrfach stattgefunden. Die Sympathie der Zuschauer haben Barbarossa und seine Getreuen für sich, und letztlich werden die beiden mutigen Bauernlümmel bejubelt, die Ulm vor der Zerstörung bewahren. Zumindest den größten Teil – nur Söflingen muss dran glauben. Niedergebrannt von den bösen Schergen Heinrichs des Löwen, die letztlich aber dann doch den Kürzeren ziehen.

Beim Ritterturnier fliegen die Fetzen, dort ist sicher am meisten los. Im Rest des Mittelaltermarktes geht es beschaulicher zu – von den Verkaufsständen mit Holzschwertern und Ritterhelmen mal abgesehen. Im Lustgarten kann man sich ganz in Ruhe vom Früh-, ins Hoch- und letztlich ins Spätmittelalter entführen lassen. Verschiedene historische Gruppen haben dort ihre Zelte aufgeschlagen und geben bereitwillig Auskunft, wen sie darstellen und welchem Teil des Mittelalters sie sich widmen. Manch einer hat ganz schön investiert in sein Kettenhemd und den Helm auf dem Kopf. Wie viel genau, darüber schweigt der Künstler und genießt. Bis um Mitternacht waren in den vergangenen Tagen Gaukler, Künstler und Schwertkämpfer aktiv im Kloster. Wer den ganzen Tag auf dem Marktgelände verbracht hat, dem ist bestimmt nicht langweilig geworden. Von mittelalterlichen Tänzen über Marionetten-Shows bis hin zur Feuershow reichte die Palette. Nicht zu vergessen den täglichen Schwertkampf von des „Wahnsinns kleine Brüder“. Der Name ist hier Programm.

Historisches Handwerk kommt nicht zu kurz. Kinder können selbst Seile drehen, Brot backen nach alter Sitte oder einfach nur spielen. Beispielsweise Eier platt machen, solche, bei denen das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, versteht sich.

Es ist in erster Linie die Familie Keil, die diese vier Tage auf die Beine gestellt hat. Verzeihung, natürlich Elouise de Quéribus und Dietmar von Rauhenstein der Sezzer smit ihrer Sippe. Heute sind sie noch hinter Klostermauern, volles Programm von 11 Uhr an. Nur geschlossen wird früher: Um 19 Uhr ist das Spektakel vorbei. Die letzten Turniere beginnen um 13 und um 16 Uhr.

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