Pfuhl Feuerwehrkapelle Pfuhl: Musikalischer Leiter Hartmann hört auf

Für das Konzert hatte Thomas Hartmann mit Musikern des Nachwuchsorchesters und der Feuerwehrkapelle ein modernes Programm einstudiert. Foto: Sophie Krauss
Für das Konzert hatte Thomas Hartmann mit Musikern des Nachwuchsorchesters und der Feuerwehrkapelle ein modernes Programm einstudiert. Foto: Sophie Krauss
LISA-MARIA SPORRER 21.10.2013
Nach 15 Jahren als musikalischer Leiter der Feuerwehrkapelle Pfuhl gibt Thomas Hartmann zum Jahresende den Taktstock ab. Zum festlichen Jahreskonzert hatten sich 400 Zuhörer versammelt.

Es waren nur Sekunden, in denen das Publikum gemeinsam mit den Musikern den Auftritt des Dirigenten erwartet hat. Thomas Hartmann kennt diese Sekunden des Wartens aber bis ins letzte Detail, bis er ans Pult tritt und unter dem Applaus der Wartenden seinen Anflug von Lampenfieber ablegt, weil von jetzt an seine volle Konzentration allein dem Taktstock gehört.

"Heute ist es aber ein ganz komisches Gefühl", gestand er am Samstagabend. Die knapp 400 Plätze in der Pfuhler Seehalle waren gut besetzt, sollte das anstehende Jahreskonzert der Feuerwehrkapelle doch letztmalig unter der Leitung ihres langjährigen Dirigenten stattfinden.

In Pfuhl kennt Hartmann ein jeder. Seit 15 Jahren leitet er die Feuerwehrkapelle und mit kurzer Unterbrechung auch das Nachwuchsorchester. Er ist in Pfuhl geboren und lebt auch dort. Seine beiden Kinder haben in dem Neu-Ulmer Stadtteil ihre ersten musikalischen Schritte gemacht. So nennen ihn die Pfuhler auch den "Pfuhler Karajan". Sie erzählen, dass er aus der für Tanz- und Unterhaltungsauftritte gegründeten Blechbläserbesetzung ein modernes sinfonisches Blasorchester erschaffen hat.

Hartmann ist mit Musik aufgewachsen. Seine Eltern spielten Geige, der Großvater Kontrabass. Siebenjährig begann er seine musikalische Laufbahn mit Klavierunterricht. Er erweiterte dies kurze Zeit später mit Hornunterricht. Nach Beendigung seines Studiums zum Diplom-Musiker und staatlich geprüften Musiklehrer spielte er bis 1994 in verschiedenen Kammermusikensembles und Orchestern das Horn. Längst ist er über Pfuhl hinaus ein gefragter Mann. Er unterrichtet Waldhorn an den Musikschulen Ehingen und Langenau, seit 2012 dirigiert er zusätzlich den Musikverein Baltringen. "Dazu bin ich noch als Referatsleiter für den Wettbewerb Mitglied der Musikkommission des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes. Und seit 2012 auch Wertungsrichter. Das alles ist einfach in der Summe so viel, dass ich mich entschlossen habe, 15 Jahre seien ein guter Zeitpunkt, den Dirigentenstab hier in Pfuhl in andere Hände zu geben", erläuterte Hartmann. Von schwerem Abschied und von unvergesslicher Zeit sagte er nichts. Er ist kein Mann der großen Worte. Er ist der Leise, der Freundliche, der Bestimmte - und vor allem: ein Dirigent aus Leidenschaft.

"Das ist einfach meins", sagte er. Für das diesjährige Jahreskonzert hatte Hartmann mit den 30 Musikern des Nachwuchsorchesters und den doppelt so vielen Musikern der Feuerwehrkapelle ein modernes Programm einstudiert: So war Musik zu den Filmen "Pirates of the Caribbean", "Star wars" und "Tanz der Vampire", aber auch "Smoke on the water" unter dem diesjährigen Motto "Romantik, Spannung, Gänsehaut" zu hören.

Susanne Behr, die Erste Vorsitzende der Feuerwehrkapelle Pfuhl, erinnerte daran, dass seit 1998 mit Hartmann ein neuer Aufschwung begonnen hat. "Es ist ihm auch dieses Jahr wieder mit Bravour gelungen, diese vielen musikalischen Stimmen zu einer Einheit zu verschmelzen", sagte sie. Den in Aussicht stehenden Proberaum im Feuerwehrhaus, das die Stadt Neu-Ulm dem Verein zum Kauf angeboten hat, wird Hartmann wohl künftig nicht mehr aktiv erleben, dafür aber sein Nachfolger Rainer Trometer.