Wie geht es weiter mit dem Pfuhler Feuerwehrgerätehaus? Das war einmal mehr Thema im Haupt- und Finanzausschuss des Neu-Ulmer Stadtrats. Der Plan: Die Feuerwehrkapelle Pfuhl übernimmt das Gerätehaus als Erbbaupacht von der Stadt, und zwar zum Verkehrswert von 70 000 Euro. Dieser sei, so Oberbürgermeister Gerold Noerenberg, von einem Gutachter festgestellt worden - ebenso wie der Wert des Grundstücks. Letzteres soll im Besitz der Stadt bleiben. Noerenberg: "Es wird hier nichts verschenkt." Mögliche Teilverkäufe sollen im Kaufvertrag ausgeschlossen werden.

Die Mehrheit der Ausschussmitglieder zog diesen Vorschlag einem Verkauf oder dem Umbau in ein Vereinshaus vor. Indes mischten sich auch kritische Stimmen unter das allgemeine Dafür. Christina Richtmann (FWG) bedauerte, dass es kein Bürgerhaus für alle Pfuhler Vereine geben wird: "Die Feuerwehrkapelle wird kaum ein dreistöckiges Haus drei Stunden am Tag bespielen können. Das sind sehr luxuriöse Bedingungen." Ähnliches trieb Rainer Juchheim um. Der Grüne Stadtrat war zwar ebenfalls für den Vorschlag, wollte aber wissen: "Was geschieht in diesen Räumen, wenn nicht geprobt wird?"

Antwort darauf weiß die ehemalige Stadträtin Gudrun Fischer, die sich in einer Projektgruppe der Feuerwehrkapelle für neue Proberäume engagiert. "Das Erdgeschoss wird vollständig von uns ausgelastet - nicht nur durch Proben, sondern auch durch unsere Baby- und Kinderkurse, Theorieunterricht und Prüfungsvorbereitung." Aufgrund des Erbbaurechts müsse die Kapelle aber nunmal das ganze Gebäude übernehmen. Um den notwendigen Umbau zu finanzieren, will der Verein die oberen Räume vermieten. "Leerstand können wir uns nicht leisten."

Klar ist: Für die Stadt Neu-Ulm ist die Übernahme durch den Verein die eindeutig günstigste Lösung. Für den Umbau in ein Vereinshaus wäre "ein deutlich sechsstelliger Betrag" (OB Noerenberg) fällig gewesen. Auch auf dem Bauunterhalt bliebe die Stadt dauerhaft sitzen (wir berichteten). Eine Nutzung als Vereinshaus hat der Ausschuss deshalb ausgeschlossen.

Auch ein Verkauf der Liegenschaft kommt für die Stadt nicht in Frage. "Das wäre die allerschlechteste Lösung. Die Feuerwehrkapelle hätte immer noch keine Räume, die Stadt nur einen einmaligen Gewinn", sagte Johannes Stingl (CSU). "Wenn man Vereinsarbeit ernst nimmt, geht es nicht anders." Der Ausschuss beauftragte denn auch die Verwaltung, weitere Verhandlungen mit der Feuerwehrkapelle zu führen.

Was genau das Grundstück wert ist, auf dem das Gerätehaus steht, wollte der Haupt- und Finanzausschuss indes nicht bekannt geben: Sobald es um konkrete Zahlen ging, musste die Öffentlichkeit den Sitzungssaal verlassen.