Mindestens drei Menschen sind in der Nacht beim Brand eines Wohnhauses in Blaubeuren-Gerhausen ums Leben gekommen. Dabei handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen Familienvater und seine beiden Töchter, neun und 13 Jahre alt.

Eines der Kinder wurde erst später tot in dem völlig zerstören Gebäude aufgefunden. Die Frau und Mutter hatte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können, die dritte Tochter (17), war zum Zeitpunkt des Brandes in der Weihergasse unterwegs.

Polizei geht von Explosion in der Weihergasse aus

„Wir gehen von einer Explosion aus“, sagte Wolfgang Jürgens, Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm. Nach der Ursache suchen nun Spezialisten der Kriminalpolizei. Die Staatsanwaltschaft wurde unterrichtet. Mehrere Notfallseelsorger betreuen Angehörige, Nachbarn und Einsatzkräfte. Die Ermittlungen dauern zur Stunde noch an, zur Klärung der genauen Todesursache soll eine Obduktion der Leichen durchgeführt werden. Deren Ergebnisse sollen, zusammen mit den Erkenntnissen aus der Spurensicherung und den Vernehmungen Hinweise auf die Ursache des Feuers geben.

Die Bild spekuliert darüber, dass es sich bei der Explosion mit anschließendem Brand um eine Beziehungstat handeln könnte. Dem Bericht zufolge wollte sich die Ehefrau von ihrem Mann trennen.

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Nachbarn konnten nicht mehr helfen

Nachbarn wurden am frühen Freitagmorgen um 3.38 Uhr durch einen lauten Knall geweckt. Als sie nachschauten, stand das von einer fünfköpfigen Familie bewohnte Haus in der Weihergasse in Flammen. Helfen konnten sie allerdings nicht mehr. Die sofort alarmierte Feuerwehr schickte Einsatzkräfte mit Atemschutz ins Gebäude, sie fanden zwei Personen, denen nicht mehr geholfen werden konnte.

Die rund 80 Feuerwehrleute aus Blaubeuren und den Teilorten starteten einen massiven Löschangriff, der bald Erfolg zeigte. Zu den Umständen des Brandes machte die Polizei keine zunächst keine weiteren Angaben.

Bis auf einzelne Glutnester war das Feuer nach der Explosion von der Feuerwehr in Blaubeuren am Morgen gelöscht.
© Foto: Joachim Striebel

Getötetes Mädchen ging in die nahegelegene Grundschule

Betroffen von dem Unglück ist auch die wenige hundert Meter von dem Wohnhaus entfernte Grundschule. Weil Klassenzimmer für die Gespräche der Notfallseelsorge mit Einsatzkräften, Angehörigen und Nachbarn in Anspruch genommen wurden, wurde die Zeugnisausgabe in die Turnhalle der Realschule verlegt. Das jüngere der getöteten Mädchen besuchte die Gerhauser Grundschule. Wie Holger Oellermann, Sprecher der Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau, berichtet, gingen am Morgen ein Notfallseelsorger und ein Feuerwehrmann mit in die Klasse.

Gasleitung möglicherweise „manipuliert“

Keller und Erdgeschoss des Wohnhauses blieben bei der schweren Detonation offenbar unversehrt. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, soll der zuständige Feuerwehrkommandant angedeutet haben, dass eine mögliche „Manipulation“ einer Gasleitung zum Unglück geführt haben könnte.

B28 musste nach Explosion zeitweise gesperrt werden

Die Flammen sind offenbar mittlerweile bis auf einzelne Glutnester gelöscht. Wegen des großen Feuerwehraufgebots musste auch die naheliegende Bundesstraße B28 zeitweise gesperrt werden.

„Spätzlesfest“ wird nicht abgesagt

Im Januar: Heftige Explosion in Donzdorf

Im Januar hatte es in Donzdorf im Kreis Göppingen ebenfalls eine schwere Explosion gegeben. Damals war ein Haus schwer beschädigt worden.

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