Es sind Zahlen, die beeindrucken: 2049 Mal wurde die Feuerwehr Ulm im vergangenen Jahr zu Einsätzen im Stadtgebiet alarmiert. „Das sind im Schnitt mehr als fünf Einsätze am Tag“, sagte Kommandant Hansjörg Prinzing bei der Jahreshauptversammlung am Freitag. In den insgesamt 19.725 Stunden Einsatzdienst mussten 252 Brände gelöscht und 388 Menschen aus zum Teil lebensbedrohlichen Notlagen gerettet werden.

Dabei ist die Feuerwehr schnell vor Ort. In knapp 87 Prozent der Einsätze kann die erste Löschgruppe mit neun Kräften binnen zehn Minuten nach einem Alarm mit den nötigen Maßnahmen an der Einsatzstelle beginnen. Im Schnitt vergehen nach einem Notruf sogar nur sieben Minuten und 29 Sekunden, bis Hilfe kommt.

Die zweite Löschgruppe mit neun weiteren Kräften ist im Schnitt bereits nach gut zehn Minuten da – rein rechtlich hätte sie 15 Minuten Zeit. „Ein hervorragendes Ergebnis“, befand Prinzing.

Weiter ohne Berufsfeuerwehr

Da wundert es nicht, dass das Innenministerium des Landes Baden-Württemberg die bestehende Ausnahmegenehmigung von einer Berufsfeuerwehr verlängert hat. Diese gute Nachricht verkündete OB Gunter Czisch bei der Versammlung. Eigentlich müssen Kommunen mit mehr als 100­.000 Einwohnern eine Berufsfeuerwehr vorhalten. In der Stadt Ulm leben rund 123.000 Menschen – ohne Berufsfeuerwehr.

Möglich macht dies eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Kräften. Tagsüber an Werktagen, wenn es für Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr schwierig ist, schnell zur Verfügung zu stehen, stehen viele hauptamtliche Kräfte bereit.

OB Czisch: „Ich bin stolz auf unsere Feuerwehr“

Nachts, an Wochenenden und Feiertagen operiert die Ulmer Wehr mit einer kleineren hauptberuflichen Mannschaft, die dann durch Ehrenamtliche ergänzt wird. Ein Modell, das bundesweit auf Interesse stoße, sagte Czisch: „Ich bin stolz auf unsere Feuerwehr.“

Dank der engagierten Ehrenamtlichen ist die Ulmer Wehr mit 64 Feuerwehrbeamten gut aufgestellt. Ihre Zahl soll bis zum Jahresende 2022 um 15 weitere Planstellen auf 79 ansteigen.

Erst kam die Feuerwehr, dann die Polizei

Neben etlichen spektakulären Einsätzen – einem Großbrand im Fort Albeck und zum Teil schweren Verkehrsunfällen – gab es auch Alarme, die zum Schmunzeln verleiten: So wurde die Feuerwehr im vergangenen Jahr unter dem Stichwort „Angebrannte Speisen“ zum Einsatz gerufen, nachdem ein piepsender Rauchmelder Nachbarn aufgeschreckt hatte. Vor Ort fanden die Feuerwehrleute tatsächlich einen Topf auf dem Herd. Der Inhalt: Hanfpflanzen, die offenbar getrocknet werden sollten. Prinzing: „Für diesen Fall interessierte sich die Polizei ganz besonders.“

Über Jahrzehnte im Dienst der Allgemeinheit

Ehrungen Für treue Dienste wurden im Rahmen der Jahreshauptversammlung 15 Feuerwehrfrauen und -männer mit Ehrenzeichen des Landes belohnt: Hubert und Thomas Renz sowie Adalbert und Rudolf Stolz erhielten für 40-jährige Dienstzeit das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold. Das Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre ging an Jörg Martin, Thomas Schiller, Stefan Werner (alle Feuerwehrbeamte) sowie an Manuela Schall, Stephan Rückert, Markus Stahn, Bernd und Gerhard Häußler, Heiko Lang, Ralf Schwer und Marcus Reißbach.

Auszeichnung Für besondere Verdienste wurden drei Mitglieder geehrt: Lutz Kreiser erhielt die Ehrenmedaille in Silber des Kreisfeuerwehrverbands Alb-Donau/Ulm, Thomas Mack und Hans-Ulrich Walter wurden mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze bedacht.

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