Publikation Feucht-Kolumne: Rivoir kritisiert Oelmayer

Thomas Oelmayer, Vorstand SSV 1846 Fußball.
Thomas Oelmayer, Vorstand SSV 1846 Fußball. © Foto: Oliver Schulz
Ulm / cik 20.03.2018
Der Streit um Walter Feuchts Kolumne zieht weitere Kreise. Nun kommt der Ethik-Kodex des DFB ins Spiel.

Im Streit um Walter Feuchts Kolumne hat sich der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir (SPD) zu Wort gemeldet. Er zielt auf Thomas Oelmayer in dessen Funktion als Vorsitzender des SSV Ulm 1846 Fußball ab. Als solcher sei er dem Ethik-Kodex des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verpflichtet.

Auslöser für Rivoirs Kritik ist ein öffentlicher Aufruf von elf bekannten Namen der Stadtgesellschaft, darunter Thomas Oelmayer und weitere Vorstandsmitglieder des SSV Fußball. Sie rufen zu Mäßigung in der Auseinandersetzung um Walter Feuchts Kolumnen im Magazin „Spazz“ auf. 38 Verbände, Vereine und Einrichtungen hatten dem Autor Stimmungsmache gegen Migranten, Herabwürdigung und Demütigung vorgeworfen.  Oelmayer und die anderen zehn Unterzeichner des Aufrufs nehmen Feucht dagegen in Schutz.

Martin Rivoir hat dafür im Fall Oelmayers und des SSV-Fußball-Vorstandes kein Verständnis. Gerade Oelmayer als Grünen-Gründungsmitglied in Ulm, langjähriger Landtagsabgeordneter und Vereinsvorsitzender betreibe „Verharmlosung und Relativierung“, meint Rivoir. „Das finde ich befremdlich.“

Oelmayers Verhalten stehe nicht im Einklang mit dem Ethik-Kodex des DFB. Darin ist unter anderem von der herausragenden gesellschaftlichen Verantwortung des DFB und seiner Mitglieder die Rede. Unter der Überschrift „Unsere Werte“ sind an erster Stelle „Respekt und Vielfalt“ aufgeführt. „Im Fußball spiegeln sich die Vielfalt der Gesellschaft, der Sprachen, Kulturen und Lebensweisen wider“, heißt es dort. „Wir achten und fördern diese Vielfalt auf und abseits des Platzes und dulden keine Diskriminierungen, Belästigungen oder Beleidigungen.“ Und weiter: „Rassistischen, verfassungs- oder fremdenfeindlichen Bestrebungen, gewalttätigen, diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen treten wir entschieden entgegen.“

Als Vereinsvorsitzender eines Regionalligisten sollte Oelmayer „klare Kante“ zeigen anstatt zu verharmlosen, meint Rivoir, der auch Gründungsmitglied des SSV Ulm 1846 Fußball ist. Klare Kante umso mehr, als einige Anhänger des SSV lange Zeit als rechtsgerichtete Hooligans aufgefallen sind. Rivoir: „Wir will man die mit einer solchen Einstellung in den Griff kriegen?“

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