Die Fernbushaltestelle in der Eberhard-Finckh- Straße in Böfingen wird umgebaut. Vermutlich Ende April gehen die Bauarbeiten dafür los, teilt Torsten Fisch, Leiter des Sachgebiets Verkehrsentwicklung und Mobilitätsplanung der Ulmer Stadtverwaltung, auf Anfrage der Zeitung mit. Die Stadt investiert dafür rund 245.000 Euro. Das Geld hatte der Bauausschuss im Ulmer Gemeinderat im November bereits frei gegeben.

Mit dem Umbau wird „Deutschlands schlimmste Haltestelle“ – das ist das Zitat eines Busfahrers, das dem Urteil der Busunternehmen, zahlreicher Fahrgäste, Abholer und Bringer sowie Teilen des Gemeinderats entspricht – hoffentlich Geschichte. Bereits von 2013 an, als die Haltestelle eingerichtet wurde, klagten Busunternehmer über den Mangel an „Unterstandmöglichkeiten oder anderen Annehmlichkeiten“ für ihre Fahrgäste.

Aber das ist das Wenigste. Als beängstigend empfinden vor allem Frauen die schlechten Lichtverhältnisse auf dem abgelegenen, mit Gebüsch umrahmten Platz. „Ein Angst-Ort“, befand SPD-Stadtrat Martin Rivoir bei einer Besichtigung im Juli 2017.

Inakzeptabel sind offensichtlich auch die hygienischen Verhältnisse: Zwei Dixie-Klos stehen zur Verfügung. Ein Dornstadter, der einen Gast aus dem Ausland dort abholte, beschrieb sie so: „Sie sind randvoll und mit Fäkalien überzogen.“ Und regnen sollte es in Böfingen am besten auch nicht. Nur ein Wartehäuschen hat ein Dach, von zwei weiteren existieren nur die Gerippe.

Jetzt soll einiges anders werden. „Wir bauen vier Bussteige mit Fahrgastinformationen“, sagt Fisch. Des Weiteren werde es funktionsfähige Unterstände geben und eine ansprechende Beleuchtung. Gedacht sei auch an einen Kiosk, bei dem man Tickets kaufen könne sowie Verpflegung. „Dort sollen auch Toiletten zur Verfügung stehen.“ Ein Betreiber für die Anlage werde noch gesucht. Es seien Bewerbungen vorhanden: „Diese müssen wir noch sondieren.“ Die Stadt will für den Unterhalt der Anlage nicht verantwortlich sein. Das laufe ähnlich wie etwa in den Flughäfen: „Da sind auch externe Unternehmen unter Vertrag und sorgen für Sauberkeit und Verpflegung.“

Die Bauzeit werde vermutlich vier Monate dauern. So lange halten die Busse auf der Eberhard-Finckh-Straße. Was die Pläne der Bahn betrifft, in der Schillerstraße ein Parkhaus zu bauen und den Fernbushalt dort einzurichten, so meint Fisch: „Es gibt Gespräche.“ Mehr noch nicht.

Busse fahren europaweit Ziele an


Frequenz  Täglich bis zu 200 Busse fahren von der Haltestelle in Böfingen ab. Unter anderem von Flixbus und Euroline. Sie bringen Hunderte von Menschen in Städte innerhalb Deutschlands, Berlin etwa sowie in viele europäische Städte wie Florenz.