Supermarkt in Ulm Feneberg: So will sich die Kette aus der Krise retten

Der Supermarkt Feneberg in der Frauenstraße in Ulm: Die Kette steckt in der Krise. Das neue Sanierungskonzept erfordert unter anderem Lohneinbußen.

Nicole Wieden
Die angeschlagene Supermarkt-Kette kooperiert stärker mit Edeka. Die Neuausrichtung fordert unter anderem Lohneinbußen in der Belegschaft.

Die rund 3200 Mitarbeiter von Feneberg verzichten in den nächsten Jahren auf Einkommen. Denn der regionale Lebensmittelhändler aus Kempten hat mit den Lasten einer Fehlinvestition und erdrückenden Pensionskosten zu kämpfen: Die niedirigen Zinsen zwingen das Familienunternehmen seit Jahren, die Rückstellung für die Betriebsrenten laufend zu erhöhen.

Supermarkt-Kette Feneberg hat neues Konzept erarbeitet

Das ging zu Lasten des Eigenkapitals. „Feneberg befindet sich an einem Punkt, an dem das Unternehmen sich neu aufstellen muss, um auch in Zukunft den Marktanforderungen entsprechen zu können“, sagen die Geschäftsführer Hannes und Christof Feneberg. Gemeinsam mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO haben sie ein Sanierungskonzept erarbeitet, das während der vergangenen Wochen bereits in einigen Märkten die Testphase überstanden hat. Angestrebt wird eine Rückbesinnung auf das Kerngeschäft.

Einkaufen ohne Verpackung – das ist in Um noch schwer, aber möglich. Bioläden und Supermärkte stellen sich langsam darauf ein.

Denn die Misere begründet sich auch in einem siebenjährigen Ausflug in den Online-Handel. Während sich andere Ketten scheuten, begann Feneberg 2011 mit der Auslieferung von Online-Bestellungen und war einer der ersten Partner von Amazon Prime Now. Im Rückblick finden die beiden Geschäftsführer, dass die Gründung der Tochter „Freshfoods“ ein übereilter Schritt war. Hinzu kam, dass parallel der Umbau einer Großmetzgerei am Hauptsitz beträchtliche Kosten verursachte.

Feneberg will neue Produkte zu Discounter-Preisen auf den Markt bringen

Die neue Strategie sieht nach den Worten von Hannes und Christof Fenebergnun vor, bestehende Märkte zu modernisieren. Außerdem soll im aktuellen Verbreitungsgebiet zwischen Ulm im Norden und dem Kleinwalsertal im Süden das Filialnetz moderat verdichtet werden.

In den Regalen werde die Kundschaft nach wie vor das vertraute Angebot regionaler Waren finden, betonen die beiden. Um aber wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen die Feneberg zusätzlich auf neue Produkte zu Discounter-Preisen. Diese sollen überwiegend von Edeka bezogen werden, wobei der Kooperationspartner auch zentrale Prozesse im Bereich der Logistik und Warenwirtschaft übernehmen wird.

Das könnte dich auch interessieren:

Die 28-jährige Annika Berger aus Ulm ist an Blutkrebs erkrankt. Die DKMS veranstaltet daher heute eine Registrierungsaktion in Ulm.

Online-Handelsriese Zalando kommt mit einem Outlet nach Ulm. Einer Mitteilung des Unternehmens zufolge soll das bis 2020 der Fall sein.