Neubau Feierliche Eröffnung des neuen Turnzentrums des TSV Pfuhl

Dass er es noch kann im Alter von 64 Jahren, bewies der ehemalige Kunstturner Eberhard Gienger in Hemd und Schlips bei der feierlichen Einweihung der Turngeräte im neuen Turnzentrum des TSV Pfuhl.
Dass er es noch kann im Alter von 64 Jahren, bewies der ehemalige Kunstturner Eberhard Gienger in Hemd und Schlips bei der feierlichen Einweihung der Turngeräte im neuen Turnzentrum des TSV Pfuhl. © Foto: Martina Dach
LISA MARIA SPORRER 21.09.2015
Mit einer buchstäblich reifen Leistung am Reck hat der ehemalige Kunstturner Eberhard Gienger das neue Turnzentrum des TSV Pfuhl getestet. Ab kommenden Dienstag findet dort auch Schulsport statt.

Durchaus geschmeidig und kraftvoll sahen die Übungen noch aus, die am Reck vorgeführt wurden. Der Akteur: Ein 64-Jähriger. Aber obwohl sogar ein Flugelement am Reck nach ihm benannt ist, blieb es später doch den jungen Turnern überlassen, den Gästen die spektakulären Absprünge zu demonstrieren. Eberhard Gienger, ehemaliger Kunstturner und aktueller Sprecher der Arbeitsgruppe Sport und Ehrenamt der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion, dem sozusagen der Sprung vom Reck in die Politik gelungen ist, testete zur feierlichen Einweihung die Turngeräte im neuen Turnzentrum des TSV Pfuhl.

„Es ist nicht ganz so gut wie das Bundesleistungszentrum in Kienbaum und auch nicht wie in Stuttgart“, sagte der 36-fache Meister im Kunstturnen. „Aber gleich danach kommt Pfuhl.“ Klein und bescheiden sei die Skizze für das zweieinhalb Millionen teure Gebäude auch nicht gewesen, sagte Landrat Thorsten Freudenberger. Um so mehr sei mit der gelungenen Realisation des Konzepts „heute ein denkwürdiger Tag“, betonte die Vorsitzende des Vereins, Ursula Hörger, beim Festakt vor geladenen Gästen.

Ein denkwürdiger Tag, der mit dem Traum begonnen habe, den Turnern endlich ideale Trainingsmöglichkeiten bieten zu können. Schon vor einigen Jahren sei die Idee für ein modernes und großes Turnzentrum gereift und damals bei dem ehemaligen Landrat Erich Josef Geßner auf offene Ohren gestoßen, schilderte Hörger den Prozess der Idee.

Dann, nach der notgedrungenen Schließung der alten Halle in der Offenhauser Straße im April 2013, stimmte im Oktober des gleichen Jahres die Mitgliederversammlung mit 92 Prozent einer neuen Halle zu. Fast genau zwei Jahre darauf „stehen wir jetzt in diesem Schmuckstück“, sagte Hörger. Allerdings sei der bürokratische Weg bis zum Baubeginn mehr als steinig gewesen. Aber jetzt sei es ja vorbei mit Wassereinbrüchen, Schimmel und dem Kampf um Trainingszeiten.

Neben den etwa 400 Aktiven, Turner und Cheerleader, die die Halle ab mittags nutzen, werden wohl auch Schüler der angrenzenden Schulen ab kommenden Dienstag dort ihren Schulsport veranstalten. Dann nämlich wird die schuleigene Dreifachturnhalle erneut zur Flüchtlingsunterkunft. „Schule und Verein zusammenzuführen, ist das Gebot der Zeit“, sagte Freudenberger dazu. Den Schülern würde in der Halle schließlich einiges geboten.

Was in der Halle alles möglich ist, demonstrierten noch vor dem Tag der offenen Tür, der auch der interessierten Öffentlichkeit gestern erste Einblicke bot, die jungen Sportler an den vielfältigen Sportgeräten. „Meine Erwartungen wurden weit übertroffen“, sagte Oberbürgermeister Gerold Noerenberg. „Mit zwei Worten: einfach großartig.“

Einfach großartig fand der Landrat auch die Möglichkeit, sich seinen Kindheitstraum zu erfüllen: sich in die Schaumstoffschnitzelgrube fallen lassen. Nur, um danach wieder rauszukommen, bedurfte es der Hilfe von Gienger. Dieser unterstrich nach seiner Reckübung die Notwendigkeit solcher Bauvorhaben: „Solche Zentren braucht man, wenn man mit Sportlern in der Nationalmannschaft ankommen will.“