Umweltdelikt Fass mit Altöl im Wald entsorgt

Die Polizei sucht nach einem Unweltsünder. (Symbolbild)
Die Polizei sucht nach einem Unweltsünder. (Symbolbild) © Foto: SWP Archiv
Ulm / cst 13.08.2018
Passionierter Fischer entdeckt Straftat im Gögglinger Wald innerhalb des Naturschutzgebiets Gronne.

Stefan Lieb traute am Sonntagnachmittag seinen Augen nicht, als er kurz vor 16 Uhr im Gögglinger Wald, wenige Meter von der Laupheimer Straße entfernt, ein 100-Liter-Fass mit Altöl entdeckte. „Zum Glück war es gut verschlossen, so dass noch kein Öl rausgelaufen war“, berichtet Lieb, der einen Blick für solche Umweltdelikte hat, weil er Fischer ist und früher ehrenamtlicher Naturschutzwart war. Lieb informierte sofort die Polizei, zumal der Fundort innerhalb des Naturschutzgebiets Gronne und in der Nähe der Donau liegt.

Chargennummer ist bekannt

Die Polizei hielt fest: Es ist ein hellblaues Metallfass mit 100 Litern Fassungsvermögen, das mit immerhin 50 Litern Altöl befüllt worden war. „Eine Streifenbesatzung vom Polizeirevier Ulm-West traf die ersten Maßnahmen“, heißt es im Polizeibericht. Lieb berichtet genauer: Mangels Lagerkapazität seitens der Polizei habe man das Fass zunächst bei seinem Verwandten deponiert – so lange, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Denn Beamte, die auf Gewerbe- und Umweltdelikte spezialisiert sind, werten nun erste Spuren aus und prüfen anhand der spezifischen Chargennummer, wo das Fass herkommen könnte.

Lieb hat sich schon seine eigenen Gedanken gemacht. Da auch verschmutzte Luftfilter im Wald neben dem Fass lagen, vermutet er, dass eine private Autowerkstatt ihren Sondermüll entsorgt hat. Apropos Sondermüll: Stefan Lieb hat bereits mit den städtischen Entsorgungsbetrieben gesprochen, dass sie das Altöl bei einer entsprechenden Annahmestelle entsorgen, sobald die Polizei das Fass freigegeben hat. Solche Umweltfrevel ärgern den passionierten Fischer und Naturliebhaber: Vor einem Jahr habe er schon mal im Gögglinger Wald einen „Kübel“ mit zehn Litern Altöl gefunden.

Geld- oder Freiheitsstrafe

Wer so etwas tut, begeht eine Straftat „gegen die Umwelt“, hat Wolfgang Jürgens, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ulm,  im Strafgesetzbuch nachgelesen. Altöl unsachgemäß zu entsorgen, sei auf jeden Fall ein unerlaubter Umgang mit Abfällen, im vorliegenden Fall mit Sondermüll. Man könnte dem bisher Unbekannten unter Umständen sogar einen Versuch der Bodenverunreinigung unterstellen und darauf steht eine Geld- oder sogar eine Freiheitsstrafe.

Die Polizei hofft jetzt auf die Mithilfe der Bevölkerung: Wer in den vergangenen Tagen im Bereich der Laupheimer Straße verdächtige Beobachtungen gemacht hat, sollte dies der Ulmer Polizei unter Tel. (0731) 18 80 mitteilen.

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