Haste Töne? Über die Stränge schlagen, wenigstens in der fünften Jahreszeit? Mitglieder der Philharmoniker und Theaterkollegen belebten beim 6. Kammerkonzert im vollen Theaterfoyer die Tradition der Faschingskonzerte. Kostümiert kamen nur wenige, umso bunter ging’s auf der Bühne zu. Von der Muse geküsst, von Witz und Ideen inspiriert, bot die 24-köpfige Truppe in vielen Besetzungen Schabernack, Schmankerl und Schmonzetten auf hohem Niveau.

Den abgründigen Parcours durch die Musikgeschichte eröffnete Ralph Breitenbachs amüsanter „Hornflakes“-Marsch – sattes Futter für die Hornventile von Susanne Mahler, Adriano Orlandi, Thomas Bierfeld und Achim Schmid-Egger (auch Klavier). Die beiden letzteren übertrafen sich in launig-pointierter Moderation. Toll, wie Schmid-Egger Mozarts spaßiges „Dorfmusikanten“-Sextett zerpflückte.

Nach Mozarts 2. Satz aus dem Fagottkonzert, tiefer gelegt für Anne-Alice Aubys Kontrafagott, geriet der Anfang aus dessen Sinfonie Nr. 40 mit allen Streichern zum Clou: Tobias Rägle wurde als Cyberdirigent in der Kiste angeliefert; Breitenbach kommandierte ihn und sein Orchester per Fernbedienung, drückte auf Stopp, Play, Laut, Leise . . . Lachtränen flossen.

Eine Mordsgaudi für die etwa 170 Besucher: Konzertmeister Tamas Füzesi als einarmiger Geiger Schiwago. Mittels eines Spielzeug-Hubschrauber-Rotorenblatts, dann mit dem „elften“ Finger spielte er „Laras Lied“. Virtuos befeuerte Füzesi – theatertechnisch zum Zwerg geschrumpft – später mit Eva Llorente Diaz am Flügel Antonio Bazzini Rondo der Wichtelmänner.

Tanzchef mit Wischmop

Das närrische Treiben persiflierte und verballhornte. Beethovens Fünfte,  bei Henry Mancini war der rosa Panther los, drei Kontrabässe machten aus Saint-Saëns’ Elefanten einen „Schizophanten“. Zwischendurch enterte Schauspielerin Franziska Maria Pößl als Schlagergöre („Eiermann“) die Bühne. Und Ballettdirektor Rainer Feistel tanzte in Offenbachs „Can-Can“ seine mannsgroße Puppe platt. Nach Bravos für Eduard Sonderegger als brillanter Violinsolist in Sarasates feurigen „Zigeunerweisen“ schwang Feistel in seiner Hausmeister-Performance zu Josef Lanners „Regatta Galoppe“ im Streich-Quartett den Wischmop.

Einen Rausschmeißer? Maurizio Kagels drei „Märsche, den Sieg zu verfehlen“. Unter Tobias Rägle drängten sich elf Mitstreiter auf dem Podium: skurril, schräg, neutönerisch mit viel Kawumm. Riesenapplaus nach fast drei Stunden, Sekt für die Mitwirkenden. Prost!