Kommentar Amok-Schutz: Traurige Notwendigkeit

Harald John
Harald John © Foto: privat
Ulm / Harald John 13.03.2018
Die Schulen sind gut beraten, über neue Wege bei Amoklagen nachzudenken, meint Harald John.

Es gab Zeiten, da waren Diskussionen um Farbkonzepte in Schulen unschuldig. Da folgten sie rein ästhetischen Empfindungen. Spätestens mit dem Amok­lauf von Winnenden vor neun Jahren aber müssen beim Innenausbau der Lehranstalten auch verstärkt Aspekte der Sicherheit mitbedacht werden. Nach drei Fehlalarmen an der Friedrich-List-Schule sind Ulmer mit den traurigen Notwendigkeiten vertraut: In den Klassenzimmern gibt es Notfallknöpfe und Sicherheitstüren, zudem sind detaillierte Gebäudepläne bei Polizei und Feuerwehr hinterlegt.

Wenn sich Vertreter von Schul- und Sicherheitsbehörden dennoch mit weitergehenden Systemen wie dem Einheitlichen Orientierungssystem auseinandersetzen, zeigt dass, das es ein Zuviel an Sicherheitstechnik schwerlich gibt. Zumal die farbliche Kennzeichnung auch in minder schweren Situationen, etwa bei Feuerwehr- und Notarzteinsätzen, gute Dienste leisten kann. Insofern tut die Schulbehörde gut daran, einen stadtweiten Einsatz des Systems zumindest zu prüfen.

Die blauen Tafeln mit ihren drei fröhlichen, wellenartigen Linien machen allerdings im Alltag auch Tag für Tag deutlich, dass es jederzeit zu einer brenzligen, ja lebensgefährlichen Situation kommen kann. Aber das tun ja heute auch schon grüne Notausgang- und rote Brandschutzhinweise.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel