Ulm Famoses Festkonzert „500 Jahre Stadtbibliothek Ulm“ mit dem Scherer-Ensemble

Ulm / BURKHARD SCHÄFER 26.07.2016
Beim grandiosen Festkonzert „500 Jahre Stadtbibliothek Ulm“ feiert das Scherer-Ensemble in der Zentralbibliothek die Münsterstadt im Lied.

„Heute ist eine Tradition lebendig geworden!“ Bibliotheksdirektor Martin Szlatki und sein Stellvertreter Alexander Rosenstock  waren sichtlich bewegt, als sie die Manuskripte der Werke von Andreas Weil und Markus Munzer-Dorn für das Bibliotheksarchiv in Empfang nahmen. Weil und Munzer-Dorn sind aktive Mitglieder des Scherer-Ensembles. Die 13 Musiker unter der Leitung Thomas Müllers hatten die zwei Künstler damit beauftragt, je ein neues Werk zum Festkonzert beizusteuern.

Andreas Weils kontrapunktisch anspruchsvolles Werk „Meistergesang 2“, stand am Ende des ersten Teils, Munzer-Dorns nicht minder ambitionierte Komposition „Aqua rerum principium“, das die Stadtgeschichte Ulms zum Inhalt hatte, bildete das fulminante Schlussstück.

Und dazwischen? Feierte Ulm sich gewissermaßen selbst! Dabei war es laut Programmzettel nur ein „kleiner, aber repräsentativer Schatz aus sechs Jahrhunderten“, der da beim mit „All Lust und Freud“ überschriebenen Konzert nicht nur vom Scherer-Ensemble spürbar lustvoll in die Gegenwart geholt wurde.

Auch das Humboldt- und das Schubart-Gymnasium waren mit von der Partie. Die beiden Schulen hatten sich in Workshops mit den Bibliotheksmusikalien beschäftigt und, darauf Bezug nehmend, eigene Stücke vorbereitet. So präsentierte die Schülergruppe des Schubart-Gymnasiums mit „Menu surprise: Silence“ eine ebenso kluge wie kurzweilige Meditation über die Stille und mit „Der Frühlingsabend“ eine effektvolle Miniatur für Sopran und Klavier. In der „Rhythmusfuge“ zeigten Rick Marsidi und Steffen Griesinger vom Humboldt-Gymnasium, dass man auch nur mit Händeklatschen tolle Musik machen kann. Zu einem Höhepunkt geriet die Performance des Humboldt-Schülers Ulrich Wiederspahn, der das „Allegro vivace“ aus seiner „Sonatine alla classica“ am Klavier spielte und mit diesem umwerfend gut gemachten Pastiche einen Riesenapplaus einfuhr.

„Eigentlich können wir jetzt gehen“, befand Müller trocken, als sich die Beifallsstürme legten. Natürlich ging er nicht. Stattdessen bereitete er der Stadt Ulm und ihrer Bibliothek einen Festtag, wie er im Buche steht und wie man ihn nur ganz selten erlebt.