Klassik Famose Instrumentalisten in Illertissen

Begeisterte in  Illertissen:  Felix Klieser.
Begeisterte in Illertissen: Felix Klieser. © Foto: Maike Helbig
Illertissen / Andrea Fadani 10.10.2017
Felix Klieser und Dominik Wagner: Zwei Ausnahmetalente beweisen beim Auftakt des „Festivals Junge Küntsler“ in Illertissen ihre Meisterschaft.

Mit einem Paukenschlag hat das „Festival Junge Künstler – Stars von morgen“ in Illertissen begonnen, das an den kommenden zwei Wochenenden weitere Höhepunkte bietet. In der ausverkauften Festhalle des Kollegs der Schulbrüder bewiesen zwei große Künstler auf ihren Instrumenten ihr stupendes Können.

Felix Klieser, der ohne Arme geborene Hornist, bläst auf seinem Horn so klangschön und virtuos, dass es fast schon normal ist, wie er mit seinem linken Fuß die Ventile des Horns steuert. 2014 erhielt er den Echo Klassik als Nachwuchskünstler und im gleichen Jahr erschien seine Lebensgeschichte unter dem Titel „Fußnoten – Ein Hornist ohne Arme erobert die Welt“.

Seine Begabung bewies er mit dem enorm anspruchsvollen Konzert für Horn und Orchester op. 8 von Franz Strauss, der einer der größten Hornvirtuosen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war. Das Konzert zeichnet sich durch äußerst vertrackte Läufe aus, die nur ein wahrer Virtuose bewältigt. Ebenso brillierte Klieser mit dem Rondo aus dem Hornkonzert KV 371 von Mozart. Großartig, wie er die Klangfülle des Horns mit einer Leichtigkeit herausspielen kann. Das Publikum applaudierte frenetisch und erhielt von Klieser als Zugabe eine witzige Studie über ein Jagdhornquartett von Rossini. 

Das andere Talent glänzte auf dem oft unterschätzten Kontrabass: Dominik Wagner, 3. Preisträger des letztjährigen ARD-­Wettbewerbs, zeigte seine große Meisterschaft mit dem 2. Konzert für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini, der als der Paganini des Kontrabasses galt. Und der 20-jährige Wagner, seit 2015 Stipendiat der Anne-Sophie-Mutter-Stiftung, ließ das Publikum mehr als staunen, welche Klangvielfalt und virtuose Spielweisen der Kontrabass zulässt. Für den großen Beifall bedankte sich Wagner mit dem virtuosen Solostück „Vivace“, das sein Vater für ihn komponiert hatte.

Souverän begleitet wurden die Solisten vom Jungen Kammerorchester Stuttgart unter der Leitung von Alexander Adiarte, das das Publikum nach der Pause von seiner jugendlichen und feurigen Güte mit Mendelssohns „Italienischer Sinfonie“ überzeugte.

Info Weiter geht es beim „Festival Junge Künstler“ in Illertissen am Samstag, 19 Uhr, mit dem Geiger Albrecht Menzel im Schloss.

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