Jubiläum Familienzentrum feiert Zenhnjähriges

„Ein gut funktionierendes Netzwerk für Familien.“ Heike Allgöwer (stehend) leitet das Familienzentrum im Jörg-Syrlin-Haus.
„Ein gut funktionierendes Netzwerk für Familien.“ Heike Allgöwer (stehend) leitet das Familienzentrum im Jörg-Syrlin-Haus. © Foto: Matthias Kessler
Söflingen / Verena Schühly 06.07.2018

In diesem Haus sind schon viele Freundschaften entstanden – zwischen Kindern wie Eltern –, es wurden Babysitter vermittelt, Erziehungsprobleme gelöst, gemeinsam Freizeit verbracht. „Unser Familienzentrum FAZ ist ein Schatz für die Eltern, das bekommen wir immer wieder zurückgemeldet.“ Sagt Heike Allgöwer, Leiterin des FAZ im Söflinger Jörg-Syrlin-Haus, das sein zehnjähriges Bestehen feiert. Aus der Idee, „Eltern zu unterstützen, damit Kinder gesund groß werden, ist ein gut funktionierendes Netzwerk für Familien geworden“.

2008  ging es los: „Es war ein Abenteuer, weil es kein Vorbild gab“, erinnert sich Ilse Fuhrmann vom Kirchengemeinderat der evangelische Christusgemeinde in Söflingen. Im damals 14 Jahre alten Jörg-Syrlin-Haus, das  halb Kindergarten und halb Gemeindehaus war, begann der Umbau: Denn zum FAZ gehört eine Krippe für Kinder unter drei Jahren. Einen Gemeinschaftsbereich mit Küche und Theke gab es schon. Die evangelische Landeskirche Württemberg unterstützte die Söflinger drei Jahre lang im Rahmen eines Modellprojekts.

Wie sich das Familienzentrum mit Leben gefüllt hat, ist das Ergebnis unzähliger Besprechungen aller Beteiligter: pädagogisches Fachpersonal, Eltern, Kirchengemeinde und Ehrenamtliche. „Unsere Leitfrage ist immer: Was ist der Bedarf, was brauchen die Eltern?“, beschreibt es Pfarrerin Bärbel Barthelmeß.

So haben sich drei Säulen der Arbeit ergeben: Betreuung, Begegnung und Bildung/Beratung. Dazu gehören unter anderem das offene Café FAZ, der „Treffpunkt von Anfang an“ für junge Eltern, Krabbelgruppe, Angebote und Ausflüge für Alleinerziehende, Ferienfreizeiten, Babysitter-Liste, Tausch-Regal, Themenabende zu pädagogischen Fragen und Erziehungsfragen. Bei allen Angeboten sind immer pädagogische Fachkräfte dabei, an die sich Eltern wenden können.

20 Krippen- und 45 Kindergartenplätze

Außerdem wurden früh Kooperationspartner ins Boot geholt: Familienbildungsstätte, Diakonische Beratungsstelle und andere sind regelmäßig vor Ort. Allgöwer: „Das hat einen großen Vorteil: Man kennt sich. Wenn sich abzeichnet, dass Eltern Hilfe brauchen, können sie einfach nach nebenan gehen und kennen die Fachleute schon vom Sehen. Das ist viel einfacher, als bei einer Beratungsstelle einen Termin auszumachen.“ Vier Gruppen hat die Kita im Syrlin-Haus: Es gibt 20 Krippen- und 45 Kindergartenplätze, betreut werden sie von einem Team aus 16 Erzieherinnen. Träger der Einrichtung ist der Diakonieverband. Krippe und Kindergarten haben getrennte Leitungen, arbeiten aber eng zusammen. Andrea Braun, die Leiterin der Krippe, berichtet von Veränderungen über die Jahre: Anfangs waren es meist deutsche Akademikerfamilien, die das Betreuungsangebot genutzt haben. „Heute sind wir interkultureller“, so Braun. So wurde jüngst ein Treff von Frauen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen ins Leben gerufen. Denn im FAZ geht es nicht nur um Kindererziehung. Georg Schäfer, Kirchengemeinderat und selbst Opa, findet es schön, dass „der Ansatz ganzheitlich und generationenübergreifend ist“.

Modellphase bis 2011

Die Modellphase war 2011 zu Ende. Für die Verantwortlichen war damals längst klar, das Angebot muss weitergehen. Nach einigen Jahren der unsicheren Finanzierung kommt inzwischen regelmäßig Geld in die Kassen: 20 000 Euro von der Stadt Ulm und 10 000 Euro von der evangelischen Landeskirche. Das entlastet den Förderkreis Jörg-Syrlin-Haus, der dennoch immer wieder für Anschaffungen einspringt.

Eine sichere Bank ist auch die Verwurzelung in der Christuskirchengemeinde, weiß Pfarrerin Barthelmeß: „Da gibt es eine starke Identifizierung.“

Nach zehn Jahren ist das FAZ in Söflingen fest etabliert, die Angebote sind gefragt. „Wir haben kein Modell gehabt, sind aber zum Modell für viele andere Einrichtungen geworden“, sagt Ilse Fuhrmann. Besuch hat die Einrichtung an der Jörg-Syrlin-Straße aus dem ganzen Land bekommen. Auf dieser Blaupause hat die Stadt Ulm ihr Konzept von Familienzentren für alle Sozialräume entwickelt: Vier weitere sind in den letzten Jahren entstanden, bis zu zehn könnten es insgesamt werden.

Das Programm am Sonntag

Jubiläum Gefeiert wird der 10. Geburtstag von Familienzentrum und Krippe im Jörg-Syrlin-Haus am kommenden Sonntag, 8. Juli.

Programm Auftakt ist um 10 Uhr mit einem Familiengottesdienst im großen Saal, anschließend bieten bis 14 Uhr Haus und Garten Platz für ein fröhliches Zusammensein, Austausch, Besichtigung, Spiele und Bewirtung. Gefeiert wird bei jedem Wetter.

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