Durch die Kneipen der Stadt ziehen derzeit drei Kinder und Jugendliche, die als Könige verkleidet sind, ein paar Lieder singen und für nicht näher benannte „arme Kinder“ sammeln. Sie vermitteln den Eindruck Sternsinger zu sein, sind es aber nicht. „Sie haben nichts mit den Sternsingern zu tun“, stellt Hans Kamphausen klar, der die Gruppe bei ihrem Beutezug schon beobachtet hat. Er gehört zum Kirchengemeinderat von St. Georg und organisiert zudem die Sternsinger-Aktion der Georgs-Chorknaben, die vom 4. Januar an den Segen in die Häuser der gläubigen Katholiken bringen.

„Das ist eine Riesensauerei, was die machen“, sagt Kamphausen, dem es wichtig ist, dass die Menschen gewarnt werden: „Die Jungen singen ein paar Liedchen, gehen dann raus, da wartet ein Mann und bei dem geben sie das Geld ab.“ Richtig machen könne man nichts dagegen, habe auch die Sternsinger-Zentrale in Aachen gesagt. Ihr Rat: Er solle zur Polizei gehen. „Aber die sind geschickt. Sie sagen nicht offiziell, dass sie Sternsinger sind. Sie vermitteln nur den Eindruck es zu sein“, so Kamphausen.

Offizielle Aussendung

In ganz Deutschland werden frühestens am 27. Dezember die Sternsinger des Kindermissionswerks der katholischen Kirche ausgesendet. In Ulm kommen sie später, meist um den Dreikönigstag herum. Als Könige gekleidet ziehen Jungen und Mädchen von Haus zu Haus oder – wie im Falle der Gemeinde St. Georg – sie kommen zu denjenigen, die den Besuch ausdrücklich wünschen und sich angemeldet haben. Damit ist man natürlich auf der sicheren Seite. Vor allem in ländlicheren Gemeinden kommen die Sternsinger unaufgefordert. Aber sie haben eine Begleitung dabei und können nachweisen, dass sie im Auftrag der Kirche unterwegs sind und Spenden sammeln.

Bedeutung des Segens

Bei ihren Hausbesuchen schreiben die Sternsinger mit Kreide den Segen über die Türen der Häuser und Wohnungen: 20*C+M+B+19. Das aktuelle Jahr steht getrennt am Anfang und am Ende. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland einst gefolgt sind. Zugleich ist er Zeichen für Christus. Die Buchstaben C+M+B stehen nicht wie oft angenommen für die Namen der Heiligen drei Könige, Caspar, Melchior und Balthasar, sondern für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus.

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