Ulm / LUZI WAGNER  Uhr
Das Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat kann Menschen und Tiere belasten. Prof. Monika Krüger aus Leipzig hielt in Ulm einen Fachvortrag.

Zur Erklärung vorab: Glyphosat ist ein Wirkstoff in Unkrautbekämpfungsmitteln (Herbiziden). Und zwar meist in Breitbandherbiziden, mit dem Ziel, möglichst viele verschiedene Unkrautarten spezifisch zu vernichten, bloß nicht die Kulturpflanze. Unter dem Markennamen Roundup vertreibt der amerikanische Konzern Monsanto seit 1974 in mehr als 130 Ländern eine Serie von Breitbandherbiziden - an Landwirte und Hobbygärtner. Hauptwirkstoff ist oft Glyphosat.

Die Mikrobiologin Prof. em. Monika Krüger aus Leipzig kritisiert seit Jahren die toxische Eigenschaft dieses Herbizides. Inwieweit die Rückstandsproblematik für Mensch und Tier schon erforscht ist, erklärte sie bei ihrem Vortrag "Glyphosat - Herbizid mit Nebenwirkungen" im Haus der Begegnung vor rund 300 Zuhörern. Dazu eingeladen hatten unter anderem das Genfrei-Bündnis Ulm/Neu-Ulm.

Das Forschungsteam um Monika Krüger untersuchte Glyphosatrückstände im Urin oder Blut verschiedener Nutztiere, aber auch bei Menschen. Die Ergebnisse der Versuche seien eindeutig: Glyphosat als Toxin könne nicht nur die Funktionen von Leber und Darm, sondern auch die Fruchtbarkeit beeinträchtigen - und zwar bei Mensch und Tier.

Nutztiere nehmen den Stoff meistens durch das Futter auf. Kühe, bei denen ein hoher Glyphosatwert gemessen wurde, seien öfter erkrankt, vor allem an chronischem Botulismus, eine Vergiftung. Diese von den Behörden nicht anerkannte Seuche wird durch Bakterien verursacht. Die Folgen waren laut Krügers Untersuchungen eine gestörte Verdauung, Pilzbefall und Abmagerung. Sogar missgebildete Ferkel wurden mit hohen Rückständen in Zusammenhang gebracht .

Zudem hat Glyphosat laut Krüger einen negativen Einfluss auf Antikörper, die für das Immunsystem arbeiten. Selbst wenn man wollte, könne man es als Mensch nicht ausschließen, dass man Glyphosat über die Nahrung aufnimmt. Selbst in verunreinigtem Brunnenwasser könne der Wirkstoff auftauchen, sagte Krüger. Häufig eingesetzt werde das Herbizid bei gentechnisch veränderten Sojabohnen, Raps, Mais. "Später wird das Glyphosat mitgebacken und da es hitzestabil ist, auch mitgegessen." Ein Mittel, das die Wirkung von Glyphosat lindern könne, sei Sauerkrautsaft.