Ulm Exotische Klänge aus der Südsee an der Donau

Klangwelten-Initiator Rüdiger Oppermann und ein Trio aus Papua Neuguinea.
Klangwelten-Initiator Rüdiger Oppermann und ein Trio aus Papua Neuguinea. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / GOTTFRIED LOTHAR 04.12.2015
Nun schon im 29. Jahr findet das Klangwelten Festival statt, stets unter der Leitung des umtriebigen Rüdiger Oppermann. Doch seltsamerweise macht der Musiker mit seinem spannenden Programm erst zum zweiten Mal in Ulm Station.

In der gut gefüllten, aber ziemlich kühlen Pauluskirche lassen Klänge aus Muschelhörnern gleich zu Beginn aufhorchen.

Diese archaischen Töne ziehen die Zuhörer sofort in Bann. Und auch das tänzerische Trommeln versetzt einen dank der traditionellen Kostüme ins Südsee-Feeling, nach West-Papua. Die drei musizierenden Brüder erfreuen schließlich mit dreistimmigem Gesang, den sie auf selbstgebauter Ukulele, Gitarre und Bass begleiten.

Drei Mitglieder der Zawose Family spielen meisterhaft auf dem Ilimba, einem großen Lamellophon oder Fingerpiano mit bis zu 72 Lamellen. Ein Vorfahre hat dieses spezielle Instrument für die Musik in Tanzania entwickelt. Diese in aberwitzigem Tempo gespielten Töne, verbunden mit traditioneller Geige und Obertongesang, sorgen für ein tranceartiges Wirbeln der Musik, dem sich kaum jemand in der Kirche entziehen kann. Und die Drei sprühen nur so vor musikalischen Einfällen.

Auf der quer geblasenen Bambusflöte Bawu und der Mundorgel Hulusi weiß Liu Qiang die auch in hiesigen Landen geläufigeren chinesischen Melodien einschmeichelnd darzubieten. Neben dem Solisten aus Tsingtao tritt noch Terrence Ngassa auf die Bühne. Der aus Kamerun stammende und in Deutschland lebende Jazztrompeter brilliert nicht nur auf seinem Instrument, sondern bringt mit seiner ausdrucksvollen Stimme noch eine weitere Farbe ins Programm.

Rüdiger Oppermann, der in seinen Moderationen die deutsche Kolonialisierung während der Kaiserzeit als verbindendes Element erläutert, gehört selber zu den führenden Spielern der keltischen Harfe, was er mit einem mehr als tausendjährigen Volkslied auch deutlich macht. Doch wenn er zusammen mit allen weiteren Musikern spielt, wenn chinesische, afrikanische und europäische Instrumente mit denen aus Papua sich zu etwas Neuem mischen, dann hat die verbindende Macht der Musik wieder auf ganzer Linie gewonnen.