Einkaufen Nach Euronics verlässt auch V-Markt das Blautalcenter

Der V-Markt verlässt das Blautalcenter schon Anfang nächsten Jahres. Foto: Volkmar Könneke
Der V-Markt verlässt das Blautalcenter schon Anfang nächsten Jahres. Foto: Volkmar Könneke © Foto: Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Frank König 04.11.2016

Harter Schlag für das Ulmer Blautalcenter: Dort verabschiedet sich nun der V-Markt, nachdem zuletzt der Elektrohändler Euronics ausgezogen war und sich in Neu-Ulm neu angesiedelt hat. Somit verlassen innerhalb kurzer Zeit beide Ankermieter das große Einkaufszentrum an der Blaubeurer Straße. Das Familienunternehmen Kaes in Mauerstetten, das die V-Märkte betreibt, bestätigte am Donnerstag die Schließung des Lebensmittelmarkts zum. 1. Februar 2017.  Es sei in den vergangenen drei Jahren nicht gelungen, den V-Markt im Blautalcenter in die Gewinnzone zu bringen.

Im Zuge der Schließung verlieren 59 Mitarbeiter der eigenständigen Firma V-Markt Ulm ihren Arbeitsplatz. Das Gesamtunternehmen ist freilich bemüht, sie in anderen Filialen unterzubringen oder sie bei der Stellensuche zu begleiten. In einem Statement heißt es, man habe die Belegschaft in Ulm entgegen der in der Branche üblichen Vorgehensweise schon frühzeitig Anfang September über das Aus für die Filiale informiert. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten habe inzwischen eine neue Stelle gefunden.

Der V-Markt hatte im Zuge der Neuaufstellung des Blautalcenters im Juni 2013 eröffnet. Der neue Centerverwalter Wealthcap (München) hatte mit hohen Investitionen in das Center – wie den Food­court –  die Firma Kaes als Mieter gewinnen können: und zwar für die mit Abstand größte Fläche der Einkaufs-Mall mit fast 7000 Quadratmetern. Dort war zuvor der Real-Markt angesiedelt.

„Schmerzliche Lektion“

Kaes-Geschäftsführer Herfried Christel bedauerte am Donnerstag die Schließung des Standorts Ulm. Man habe „schmerzlich lernen müssen“, dass ein großflächiger Supermarkt in einem Einkaufszentrum nicht funktioniert. Das Shopping-Publikum decke dort eher den kurzfristigen Bedarf, mache jedoch keine größeren Einkäufe für die ganze Woche.

Das Kaes-Management hat sich nach einem alternativen Platz in Ulm umgeschaut – vergeblich. Nach Gesprächen im Rathaus habe sich gezeigt, dass kein genehmigungsfähiger Standort für großflächigen Handel vorhanden ist. In der Region ist der V-Markt noch in Weißenhorn und Illertissen präsent.

Nach den Erkenntnissen von Kaes will Wealthcap die große Supermarkt-Fläche eher in mehrere kleinere Einheiten aufteilen. Christel betonte, man verlasse das Center „nicht im Streit“ – während es vor dem Auszug von Euronics im Januar eine juristische Auseinandersetzung über den genauen Zeitpunkt gegeben hatte. Diese Fläche wurde bisher nicht neu vermietet. Wealthcap will das Blautalcenter  ohnehin veräußern. Ein Sprecher in München wollte zum Stand des Verkaufsprozesses aber keine näheren Angaben machen. Nach dem Auszug des V-Markts bleibe zunächst abzuwarten, „wie sich das Center weiter entwickelt“.

Im Zuge der Schließung des V-Markts war auch zu hören, das Geschehen im Blautalcenter hänge sehr stark vom Wetter ab. Bei regnerischem Wetter sei die Frequenz hoch: „Dann läuft es auch“, sagte ein Beobachter. Beim V-Markt komme hinzu, dass Konsumenten, die große Einkäufe machen wollen, nach dem Parken gerne ebenerdig  in den Supermarkt gehen, wie dies im Umfeld der Marktkauf und das Kaufland bieten könnten. Im Center sei der Zugang dagegen komplizierter.

Handelsunternehmen aus dem Allgäu

Filialen Die 1865 in Kaufbeuren gegründete Firma Georg Jos. Kaes betreibt 38 Verbrauchermärkte, 10 Baumärkte sowie 5 Modemärkte, bis nach München. Regionale Standorte befinden sich beispielsweise in Weißenhorn und Illertissen. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 3500 Mitarbeiter.

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