Ulm Exempel ohne direkte Wirkung

Hans-Uli Thierer 14.07.2016
Die FWG stimmt den Baukostensteigerungen um 1,5 Millionen Euro beim Bau der neuen Ulmer Bürgerdienste nicht zu. Ein Exempel ohne direkte Wirkung, <i>meint Hans-Uli Thierer in seinem Kommentar.</i>

Sinnlose kindliche Bockigkeit? Oder ein Zeichen, nicht mehr alles mitzumachen? Beide Betrachtungen haben im Fall der millionenschweren Kostensteigerung beim Neubau für die Bürgerdienste ihre eigene Logik.

Dass die gern als kostenbewusste, unabhängige Instanz auftretende Ulmer FWG in Richtung der anderen Fraktionen deutlich machen möchte: Wir sind angesichts laufender Großprojekte und einer sich eintrübenden Konjunktur nicht mehr bereit, bei allem mitzuspielen, kann durchaus als Signal gewertet werden. Man wird die Bühlers und Malischewskis dann aber beim Wort nehmen,  wenn es im Herbst um Projekte ihrer Klientel etwa aus dem Vereinsport  geht.

Ohnehin: Im Wissen, dass eine Mehrheit die Fortschreibung und damit den Fortgang am Bau absegnet, macht die Verweigerung, wenn nicht zur Farce, so doch zum Exempel ohne direkte Wirkung. Schon gar nicht wird  das Verhalten der FWG auch nur eine der am Bau beteiligten Firmen kratzen. Die Branche verdient sich derzeit dumm und dusslig. Was sich eklatant auf die Preise auswirkt, wie sie auch private Bauherren schmerzhaft zu spüren bekommen.

Bleibt vielleicht wenigstens zweierlei hängen von dieser FWG-Schau: Bei der Stadtverwaltung, dass sie sich noch früheren und intensiver um Kostenkontrolle und -transparenz bemühen muss. Und beim Gemeinderat, dass es langsam Zeit wird, den Cent wieder zweimal umzudrehen, ehe er ausgegeben wird.