Kommentar Ute Gallbronner über Freud’ und Leid der Feiertage. Es ist Sommer in der Stadt

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Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / Ute Gallbronner 16.07.2018

Es brummt in der Stadt, obwohl es nichts war mit dem großen Fußballfest. Zumindest nicht für die Deutschen. Trotzdem gab’s Autokorsos, angeführt von den Kroaten, die wahrlich Grund zum Feiern hatten. Außer gestern vielleicht. Die Ulmer haben es hingenommen, schließlich ist nur alle zwei Jahre Fußball.

Da nerven die Hochzeitsgesellschaften mehr, die samstags regelmäßig mit aufgemotzten Autos hupend durch die Innenstadt brettern. Man gönnt es den Brautpaaren ja, doch eine Runde würde reichen, und Rennen auf der Olgastraße braucht es als Begleitmusik wahrlich nicht. Offenbar stört es aber niemand.

Es ist halt Sommer in der Stadt, abends wird es voll und gemütlich. Das Donaufest geht nahtlos ins Volksfest über, die Schwörwoche wartet. Die Stimmung ist glänzend, und das ist gut so. Allerdings muss man aufpassen, dass es nicht kippt. Beispiel Frauenlauf am Freitagabend. Tausende rannten wieder durch die Stadt und tranken ihren Sekt. Folge des Booms: Der Frauenlauf breitet sich in der Innenstadt aus. Die einen hatten Spaß, die anderen waren genervt, weil sie sich nicht gut genug über Absperrungen informiert fühlten und ausgebremst wurden auf dem Weg heim oder zum Shoppen. Aber Frauenlauf ist ja nur einmal im Jahr, und nach Schwörmontag werden die Bürgersteige hochgeklappt. Ein bisschen zumindest.

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