Kommentar Christine Liebhardt zur Erklärung für Menschenrechte Es gibt andere Stimmen

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Autorenfoto © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Christine Liebhardt 23.07.2018

Es ist viel von Verantwortung die Rede in diesen Wochen, viel von geflüchteten Menschen und von der Macht der Sprache. Meist gehen all diese Themen miteinander einher: Wenn Horst Seehofer mit einem Lächeln erzählt, dass just an seinem 69. Geburtstag 69 Flüchtlinge abgeschoben worden sind. Oder wenn eine große Wochenzeitung in Frage stellt, ob private Seenotrettung legitim ist. Die Themen, die Politiker setzen, die Art und Weise, wie viele Medien darüber berichten, haben einen Einfluss auf die Stimmung. Einen Einfluss, den 62 Ulmer und Neu-Ulmer Organisationen und Bündnisse nicht länger hinnehmen wollen.

Sie suchen die Öffentlichkeit, um zu zeigen: Es gibt in diesem Deutschland auch andere Stimmen. Solche, die Menschenrechte nicht mit Füßen treten. Und sie suchen Menschen, die sich aktiv für die Zivilgesellschaft einsetzen. Gut so: Es sollen nicht nur wohlfeile Worte bleiben, die Lothar Heusohn und Urs Fiechtner formuliert haben.

Die sind zwar auch wichtig. Noch wichtiger aber ist der Einsatz all jener, die Geflüchteten bei der Integration helfen, die sie in ihren Betrieben einstellen, sie in Deutsch unterrichten oder sie bei Behördengängen begleiten. Viele dieser Helfer sind müde, frustriert. Auch sie brauchen Unterstützung. Hoffentlich trägt die Ulmer/Neu-Ulmer Erklärung dazu bei.

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