Kommentar Es geht hoch hinaus

Trotz des hohen Bedarfs an neuen Wohnungen darf die Lebensqualität nicht verloren gehen, findet unsere Redakteurin Christine Liebhardt.
Trotz des hohen Bedarfs an neuen Wohnungen darf die Lebensqualität nicht verloren gehen, findet unsere Redakteurin Christine Liebhardt. © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / Christine Liebhardt 02.08.2018
Ulm wird nicht darum herumkommen, in die Höhe zu bauen, kommentiert Christine Liebhardt.

Einer verweigert sich. Bertram Holz stellt sich quer, was die Bebauung am Weinberg angeht. Nicht grundsätzlich. Aber die geplanten Gebäude sind dem CDU-Stadtrat zum Teil zu hoch. Und er wird seit Monaten nicht müde, seine Unzufriedenheit darüber zu äußern.

Ulm muss irgendwann in die Höhe wachsen

Man kann das als Sturheit einordnen. Oder Holz als einen sehen, der für seine Überzeugung einsteht und bis zum Schluss kämpft. Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen. Doch diese Schlacht hat der Stadtrat, der selbst am Eselsberg wohnt, verloren. Es wird wohl nicht seine letzte sein. Denn, das hat Chef-Stadtplaner Volker Jescheck klar gemacht: Ulm wächst weiter – und muss notgedrungen irgendwann in die Höhe wachsen.

Lebensqualität darf nicht verloren gehen

Das wird sich nicht umgehen lassen. Immer mehr Menschen ziehen nach Ulm und Neu-Ulm, selbst in der Mittelschicht gibt es reihenweise einen Lock-In-Effekt: Viele Menschen können sich einen Umzug nicht leisten, weil eine andere Wohnung deutlich teurer wäre. Beide Städte bauen dagegen an, was das Zeug hält. Das ist richtig so, und das wird ein Einzelkämpfer nicht verhindern können. Trotzdem darf die Lebensqualität nicht verloren gehen – es muss nicht gleich ein neues Universum-Center sein. Darauf zu achten, ist Aufgabe des Rathauses. Dass ein sperriger Stadtrat daran erinnert, ist die seine.

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