In der Stadt Ulm fehlen 210 Mietwohnungen im Niedrigeinkommensbereich - für Menschen, die Sozialhilfe oder eine andere Art finanzieller Grundsicherung bekommen. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das am Dienstag den Stadträten in einer gemeinsamen Sitzung der Fachbereiche Bildung und Soziales sowie Stadtentwicklung, Bau und Umwelt vorgestellt wurde. Gefragt sind dabei besonders kleine Wohnungen für junge Erwachsene, große für Familien mit Kindern sowie Angebote betreuten, barrierefreien Wohnens für ältere, behinderte, pflegebedürftige Menschen.

Wie die Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Lösungsvorschläge zu werten sind, darüber gingen die Auffassungen im Gremium in der Diskussion weit auseinander. Sie reichten von: "Jetzt haben wir es endlich Schwarz auf Weiß, auch dass der Bedarf noch größer wird", wie Annette Weinreich (Grüne) sagte; bis zu "Wir diskutieren hier über gerade mal ein Prozent der 28.000 UWS-Wohnungen" von Dr. Rüdiger Reck (FWG), der den Wert des Gutachtens als gering einstufte.

Auf den Hinweis mancher Stadträte, dass die UWS bei ihrer Baupolitik darauf Rücksicht nehmen solle, konterte Baubürgermeister Alexander Wetzig: "Preisgünstiger Wohnraum ist nicht durch Neubauten zu schaffen. Das können Sie vergessen. Abhilfe schafft man da nur über Zukauf oder den Bestand."