Fischerstechen Erstes Fischerstechen-Turnier: Positive Bilanz

Der Schwanenwirtin alias Philipp Heim gehörte am Sonntag die ganze Sympathie der Moderatorin Susanne Grimmeiß.
Der Schwanenwirtin alias Philipp Heim gehörte am Sonntag die ganze Sympathie der Moderatorin Susanne Grimmeiß. © Foto: Oliver Schulz
Ulm / Frank König 18.07.2017
Schifferverein und Rathaus ziehen eine positive Bilanz des ersten Turniers.  Bei der Lautsprecheranlage soll für nächsten Sonntag nachgebessert werden.

Nach dem ersten Durchgang des Fischerstechens 2017 am Sonntag sind alle Stecher wohlauf. „Es gab nur die üblichen Blessuren wie blaue Flecken“, sagte bei einer ersten Bilanz die Vorsitzende des Schiffervereins, Susanne Grimmeiß. Sie steht als erste Frau an der Spitze des Traditionsvereins und hat somit auch als erste Frau das Turnier sachkundig kommentiert. Die Stecher nötigen ihr dabei einigen Respekt ab: „Es gehört schon Mut dazu.“

Um die 32 Fischerstecher im Vorfeld zu schonen, habe man die letzte Probe am Freitag auch „trocken“ vorgenommen: Die Kombattanten konnten also lediglich nochmal ihre Balance in der Zille und Handhabung des Speers ausprobieren – ohne gegeneinander anzutreten. Aus Sicht von Susanne Grimmeiß war das Turnier sehenswert: „vor allem wegen der Überraschung“. Wie berichtet, setzten sich nicht die Favoriten Holger Beranek (König von Württemberg) oder Johannes Deininger (König von Bayern) durch, sondern der schwarzweiße Narr alias Florian Fausel (34). Er tritt somit nächsten Sonntag, 23. Juli, im Finale gegen den Tagessieger des zweiten Stechens an.

Sportlicher Charakter

Das ist dann auch ein „Kampf um die Ehre“, sagt Susanne Grimmeiß, für die das Fischerstechen einen klaren sportlichen Wettbewerbscharakter hat. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Zillenfahrer, die die Stecher in Position bringen. Sie hatten es am Sonntag nicht leicht, weil die Donau nach den jüngsten Regenfällen eine viel stärkere Strömung aufwies als bei den Proben. „Da war die Donau wie ein See“, sagte die Vorsitzende. So musste am Sonntag zunächst die Basisstation auf Neu-Ulmer Seite, die Schachtel „Stadt Linz“, etwas weiter fluss­aufwärts platziert werden.

Alles in allem war es dennoch ein gutes und mit rund 90 Minuten außerdem kompaktes Stechen: Susanne Grimmeiß freut sich: „Alles lief perfekt.“

Die Moderatorin hatte während des Turniers immer wieder Sympathien für die Figur der Schwanenwirtin (Philipp Heim) durchblicken lassen, die 1703 in ihrem Lokal am Weinhof mutig den bayerischen Besatzeroffizieren die Stirn bot und angesichts ihres Muts ungestraft davonkam.

Am Sonntag schied die Schwanenwirtin in der Zwischenrunde gegen Gustav Adolf aus. Der war schließlich Finalgegner des schwarzweißen Narrs, der in dieser Runde Heinrich Besserer (Friedrich Merath) bezwungen hatte. Susanne Grimmeiß will nicht ausschließen, dass es Beranek, der durch eine Verwarnung verunsichert war, nächsten Sonntag doch noch ins Gesamtfinale schafft und seine Stecherkarriere mit einem vierten Sieg krönen kann. Er hatte die Verwarnung in Frage gestellt. Auch Grimmeiß sagte, der Blickwinkel habe die Jury womöglich getäuscht.

Offizieller Veranstalter des Fischerstechens ist die Stadt Ulm, wo die Repräsentationschefin Sabine Gauß den harmonischen und friedlichen Charakter des Turniers lobte. Es kamen demnach knapp 11 000 Zuschauer: „Auf Neu-Ulmer Seite waren noch ein paar Stehplätze frei:“ Zum Finale (siehe Infokasten) soll aber die volle Kapazität von über 12 000 Besuchern erreicht werden. Bei der kritisierten Lautsprecheranlage will man nachbessern. Und: Die Drohne über der Donau, die von Grimmeiß verscheucht wurde, war tatsächlich genehmigt.

Wie verläuft das Finale am 23. Juli?

Modalitäten Im Hauptfinale der beiden Tagessieger nächsten Sonntag, 23. Juli, wird in zwei Durchgängen gestochen. Wenn dies unentschieden ausgeht, wird weiter gestochen, bis einer trocken bleibt. Der Sieger erhält den Gesamtpokal, der zweite den Tagessiegerpokal. Den ersten Tagespokal erhielt der schwarzweiße Narr.