Verkehr Erster Schultag: Ruhe am geteilten Busbahnhof - Staus wachsen weiter an

Freundlich und auskunftswillig: Die gelben Engel vom Busbahnhof.
Freundlich und auskunftswillig: Die gelben Engel vom Busbahnhof. © Foto: Volkmar Könneke
UTE GALLBRONNER 13.09.2016
Gelassen ist der erste Schultag in Ulm über die Bühne gegangen. Während Autofahrer stöhnten, herrschte am Busbahnhof Gelassenheit. <i>Mit Spotify-Playlist "Entspannt durch den Stau".</i>

Morgens, kurz nach 7 Uhr, Ulmer Innenstadt. Auto an Auto schlängelt sich den Zinglerberg herunter. Es wird gehupt, es wird gedrängelt, genervte Autofahrer. Die Schlange staut sich zurück bis auf die Einfädelspur der Stadtautobahn. Wer in die Innenstadt wollte, hatte am Montag noch schlechtere Karten als in den Tagen zuvor. Kein Wunder: Schulanfang ist gleichbedeutend mit der Rückkehr vieler Arbeitnehmer.

„Das ist eine einzige Katastrophe“, schimpft Eberhard Klarer, der als Pharmavertreter oft in der Innenstadt zu tun hat. „Eine halbe Stunde mehr als sonst“, habe er gebraucht. Die ersten Baustellen hätten ihn schon in Dornstadt gebremst. Jetzt steht er an der Kreuzung Karlstraße/Neutorstraße, wo in diesem Moment nichts mehr geht. Kreuzung verstopft, weil zu viele reingefahren sind.

Was auf den ersten Blick auffällt: Es sind ungewöhnlich viele Radfahrer unterwegs. Sogar in Richtung Kuhberg sieht man Menschen in Anzug und Krawatte strampeln. Manche schlängeln sich dabei recht abenteuerlich durch den stockenden Verkehr, die Radwegweiser ignorierend. Vorerst soll das Wetter noch spätsommerlich warm bleiben.

Ausgeblieben ist der befürchtete Massenandrang am neuen zweigeteilten Busbahnhof. Gelbe Weste, mitunter gelber Helm – die menschlichen Wegweiser waren gut zu finden, freundlich und kompetent. Das zumindest erzählten die meisten Schüler, die am Montag unterwegs waren. „Wir müssen erst zur zweiten kommen. Da ist das eh immer entspannt“, sagt Julia, ausgestiegen aus der Linie 48 auf dem Weg in Richtung Essinger-Schulen: „Spannend wird’s erst, wenn es nach Stundenplan läuft.“ Das dürfte an den meisten Schulen von Dienstag an der Fall sein.

Nicht ganz so entspannt sind Nico Hiller und seine Freundin Anni, die aus München gekommen sind und nach Dornstadt wollen. Beide wuchten je einen Koffer die Treppen zum Bahnhofsteg hinauf. „Wenn ich warte, bis der Fahrstuhl kommt, ist der Bus eh schon weg“, schimpft der Student. Die beiden kommen von einer längeren Auslandsreise zurück, dass ihr Bus jetzt auf der anderen Seite der Gleise abfährt, haben sie nicht mitbekommen.

Von chaotischen Zuständen war die Ulmer Innenstadt am Montag ein gutes Stück entfernt. Je schlechter das Wetter wird, desto mehr wird die Belastung durch den Individualverkehr wachsen. Dazu kommen immer mehr Baufahrzeuge. Doch für deren Ein- und Ausfahrt ins Innenstadtgebiet gibt es ja einen extra ausgeklügelten Plan. Es bleibt spannend.


Für alle gestressten Verkehrsteilnehmer haben wir eine Musik-Playliste bei Spotify angelegt. Hier klicken und entspannt durch den Stau kommen...
 

Wie es weitergeht

Es dauert Die Zweiteilung des Busbahnhof ist keine kurzfristige Angelegenheit. Bis Ende 2020 wird das Provisorium an der Schillerstraße bleiben. Mindestens. Dann soll das große Parkhaus am Bahnhof fertig sein. So ist der Plan.

Fahrplanwechsel Ein wenig Zeit zum Eingewöhnen gibt es für ÖPNV-Kunden. Die Busfahrpläne sind weitestgehend gleich geblieben. Mit dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember wird es weitere Neuerungen geben.

Entlastung später Bis Mitte Oktober wird sich am unteren Teil der Römerstraße nichts an der bisherigen Umleitung ändern. Eigentlich war man davon ausgegangen, dass es Mitte September vorübergehend Entlastung gibt.