Neu-Ulm Erster Platz: Platzsparendes Bauen

Auf einem 6,9 Hektar großen Streifen (im Vordergrund) im Ludwigsfelder Osten sollen rund 170 Wohneinheiten entstehen. Der Siegerentwurf ist klar gegliedert. Im Hintergrund sind die Hochhäuser zu sehen. Foto: Matthias Kessler
Auf einem 6,9 Hektar großen Streifen (im Vordergrund) im Ludwigsfelder Osten sollen rund 170 Wohneinheiten entstehen. Der Siegerentwurf ist klar gegliedert. Im Hintergrund sind die Hochhäuser zu sehen. Foto: Matthias Kessler
Neu-Ulm / CHIRIN KOLB 05.07.2012
Im Ludwigsfelder Osten sollen rund 170 Wohneinheiten entstehen. Eine Jury hat unter sechs Arbeiten einen Siegerentwurf für das Gebiet gekürt. Als nächstes können sich die Bürger damit befassen.

Wenig Flächenverbrauch war ein wichtiges Kriterium für die Gestaltung des Baugebiets "Am Ulmer Hofgut" im Ludwigsfelder Osten. Die "absolut flächensparendste Lösung", wie Sophie Wolfrum, Professorin für Städtebau und Regionalplanung, für die Jury sagte, ist der Sieger eines Wettbewerbs, an dem sich sechs Architekten beteiligt hatten. Das Büro Mess aus Kaiserslautern hat ein kompaktes Wohngebiet mit Geschosswohnungen und Einfamilienhäusern entworfen.

Der geringe Flächenverbrauch ist nur ein Grund, weshalb sich die Jury bestehend aus OB Gerold Noerenberg, Fachleuten aus der Stadtverwaltung und externen Experten für diesen Entwurf entschieden hat. Die klare Gliederung und die Erschließung sprachen ebenfalls dafür, sagte Noerenberg bei der Vorstellung der Wettbewerbsergebnisse. Das Büro Mess sieht auf dem 6,9 Hektar großen Gebiet mehrere Wohnhöfe vor: Häuser, die sich um einen gemeinsamen, öffentlich zugänglichen und begrünten Hof gruppieren. Entlang der Königsberger Straße schlägt das Büro höhere Gebäude vor, die beiden markantesten mit fünf Geschossen. Gen Osten und damit Richtung Felder werden die Häuser niedriger. Das Verhältnis zwischen Geschosswohnungen und Einfamilienhäusern soll 50:50 betragen. Ursprünglich sollten zwei Drittel Geschosswohnungen entstehen. Der Stadtrat verschob die Gewichtung im April auf Antrag von Peter Noll (CSU) zugunsten der Einfamilienhäuser.

Die Erschließung des Wohngebiets soll über die Königsberger Straße erfolgen. Von ihr aus werden die Tiefgaragen unter den Wohnhöfen angefahren. Dass keine neue Erschließungsstraße gebaut werden muss, spricht nach Ansicht der Jury ebenfalls für den Siegerentwurf. Dieses Kriterium wurde dem zweiten Preis, einem Entwurf des Büros Ammann Albers Stadtwerke aus Zürich, angekreidet. Diese Architekten schlagen parallel zur Königsberger Straße hinter der bestehenden Baumreihe eine Erschließungsstraße für das neue Wohngebiet vor.

Für den Siegerentwurf spreche zudem, dass er gut in Abschnitten gebaut werden kann, sagte Noerenberg. Auch eine Erweiterung des Baugebiets nach Osten wäre problemlos möglich.

Die Bürger haben nun Gelegenheit, sich die Entwürfe anzuschauen (siehe Info). Nach der Sommerpause soll es einen Informationsabend geben, kündigte der OB an. Anschließend sind die Stadträte am Zug. Vertreter der Fraktionen waren als nicht stimmberechtigte Berater am Wettbewerb beteiligt.

Die Nachfrage nach Immobilien ist groß, sagte der städtische Chef-Stadtplaner Jörg Oberle. Sie sei in Neu-Ulm derzeit etwa zehnmal höher als das Angebot.

Info Die Wettbewerbsentwürfe sind von 16. bis 22. Juli im katholischen Gemeindesaal in Ludwigsfeld ausgestellt. Ein Termin für die Info-Veranstaltung steht noch nicht fest.

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