Ulm/Neu-Ulm Erste Ulmer Nacht der Unternehmen: Jobmesse für Uni-Absolventen

Unipräsident Ebeling: Übergang zur Industrie ist wichtig.
Unipräsident Ebeling: Übergang zur Industrie ist wichtig. © Foto: Uni Ulm
Ulm/Neu-Ulm / FRANK KÖNIG 14.02.2014
Neue Jobmesse für Ulm und Neu-Ulm: Studenten, Absolventen, aber auch Berufseinsteiger, werden bei der Nacht der Unternehmen am 21. Mai mit dem Bus zu potenziellen Arbeitgebern in der Region gefahren.

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels auf den Feldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bietet sich für regionale Unternehmen eine neue Präsentationsplattform - die Nacht der Unternehmen. Der Clou dabei: Studierende und Absolventen werden nach einer Jobmesse per Omnibus in die Firmen ihrer Wahl gefahren, um potenzielle Arbeitgeber und die Atmosphäre im Betrieb kennenzulernen.

Dies soll insbesondere kleinen und mittleren Firmen helfen, Nachwuchs mit akademischem Hintergrund zu finden, erläuterte Doris Frisch von der Agentur Tema Technologie Marketing, die die erste Ulmer Nacht der Unternehmen in Kooperation mit der Innovationsregion, der Arbeitsagentur und weiteren Partnern am 21. Mai ausrichtet.

Die Agentur hat das Konzept 2008 in Aachen entwickelt: auf Nachfrage eines IT-Unternehmens, das die Abwanderung von Absolventen nach Süddeutschland beklagte. Die Nacht der Unternehmen zieht dort inzwischen 2000 Nachwuchskräfte an. In Stuttgart sind es seit dem Start 2010 immerhin 1000. In Ulm erwartet Doris Frisch bei der Premiere 300 bis 500 Interessenten. Schirmherr ist Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid, Startpunkt und Messe-Austragungsort das Forum der Universität Ulm.

Die Ausstellung mit Messeständen der Arbeitgeber öffnet bereits um 14.30 Uhr. Tema hat zwischenzeitlich eine Reihe namhafter regionaler Firmen als Aussteller gewonnen.: Husqvarna, Newtec, Seeberger, Uzin, Wilken. Anmeldungen sind noch bis 10. April möglich. Die Arbeitsagentur baut ebenfalls einen Stand auf und bietet einen Bewerbermappen-Check an. Agentur-Manager Gregor Fischer bestätigte, das Problem fehlender Technik-Fachkräfte werde jedes Jahr größer.

Universitätspräsident Prof. Karl Joachim Ebeling betonte bei der Vorstellung der Jobmesse gestern, die Uni Ulm habe ein eindeutiges Interesse am "Transport der Absolventen in die Industrie". Es gebe vergleichbare Karrieremessen wie den "Career Day" der Ingenieurwissenschaften oder den Wima-Kongress der Wirtschaftsmathematiker. Ebeling legte Wert auf die Feststellung, die Uni lasse ihre Studenten nicht im Elfenbeinturm forschen, sondern gehe Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft ein und hole so jährlich neun Millionen Euro an Drittmitteln herein. Dadurch entstünden zahlreiche Arbeitsplätze.

Ebeling hält in diesem Kontext die Schließung von Nokia in der Ulmer Wissenschaftsstadt nicht für ein Unglück. Denn Nokia habe ausschließlich mit der finnischen Universität Oulu kooperiert. Mit den Nachfolgern im Science Park wie Conti, BMW und Audi stünden die Chancen für gemeinsame Projekte mit der Uni Ulm nun wesentlich besser - zumal Ebeling den Chef der BMW Car IT persönlich kennt.

Seitens der Innovationsregion bestätigte Uschi Knapp, der Fachkräftemangel sei zwischenzeitlich ein "großes Thema". Die Nacht der Unternehmen biete eine neue Möglichkeit für regionale Betriebe, sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren. Das Angebot richte sich ausdrücklich auch an Unternehmen im Raum Neu-Ulm. Tema veranstaltet beispielsweise auch eine Messe im bayerischen Erlangen.

Info Interessierte Aussteller können sich über nachtderunternehmen.de für die Messe in Ulm anmelden.