Erste Liga in Sachen Bildung

UTE GALLBRONNER 10.08.2012
Der Verband der Weltpresse hat das Projekt "Wir lesen" ausgezeichnet. In Bangkok wurde nun ein World Young Reader Prize in der Kategorie Bildung an die SÜDWEST PRESSE vergeben.

"Die Preisträger haben wieder einmal gezeigt, dass auch im digitalen Zeitalter die Zeitung bei jungen Menschen nicht an Relevanz verloren hat", sagte die Geschäftsführerin des Verbands der Weltpresse (WAN-Ifra), Aralynn McMane. Die Zeitung muss für junge Leser schon etwas bieten, um sie für das Medium zu begeistern.

Das ist allerdings kein Selbstläufer. Dass die Zeitung für junge Leser interessant bleibt - oder wieder wird - dafür müssen sich Zeitungen bewegen, sich verändern, neue Ideen zulassen, ohne dabei aber das aus den Augen zu verlieren, was sie auszeichnet: gründliche Recherche und sauberen Journalismus.

Um gute Ideen zu fördern, wurde der Young Reader Prize ins Leben gerufen. In Bangkok wurden sowohl ganz einfach anmutende Ideen ausgezeichnet, beispielsweise, dass Kinder über das Maskottchen ihrer Seite abstimmen dürfen. Aber auch langfristig angelegte Projekte, die nicht nur darauf abzielen den Lesern der Zukunft das Blatt schmackhaft zu machen. Auch in der Kategorie Bildung dieses Preises für junge Leser war dies der Anspruch. Um so erfreuter war das "Wir lesen"-Team, als die Gewinn-Benachrichtung des Verbandes eintraf.

Überzeugt hat die Jury dabei nicht nur "die Variation der Idee des Hamburger Abendblatts", sondern vor allem die Umsetzung des Konzepts mit den Leseecken sowie den vielen Veranstaltungen, die in Zusammenarbeit mit den Paten und den Schulen auf die Beine gestellt wurden.

Die SÜDWEST PRESSE hatte sich zum ersten Mal um diesen Preis beworben. Nancy Schlaegel vom "Wir lesen"-Team hatte in einer ausführlichen Präsentation dargestellt, was seit Beginn des Projekts gelaufen ist. Von der Bewerbung der Schulen für die Leseecken über die ersten Eröffnungen bis hin zu den monatlichen Aktionen. Es ist wohl auch die Mischung, die "Wir lesen" erfolgreich macht. Da sind die schweren Themen wie Islamismus, Rechtsextremismus oder Finanzkrise, über die diskutiert wird. Aber auch Sport und Theater kommen nicht zu kurz, zum Abschluss darf es dann auch mal die leichte Plauderei bei der großen Abschlussparty sein.

"Der Preis ist eine große Anerkennung", sagte Chefredakteur Hans-Jörg Wiedenhaus, der "Wir lesen" maßgeblich mit vorangetrieben hat: "Aber ohne die Unterstützung unserer Paten gäbe es das Projekt nicht. Deshalb ist die Auszeichnung auch eine Würdigung für ihr Engagement." Schließlich sind es die Paten, die dafür sorgen dass 123 Schulen derzeit täglich 310 Ausgaben der SÜDWEST PRESSE bekommen.

Das Lob, das aus Bangkok übermittelt wurde, ist vor allem auch Aufforderung, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern sich weiter zu entwickeln und neue Ideen voranzutreiben. Schließlich ist "Wir lesen" erst zwei Jahre alt.

"Es geht um sehr viel mehr als das Lesen der Zeitung. Es geht um Lese- und Medienkompetenz und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben", betont Wiedenhaus immer wieder. Nicht zuletzt deshalb hat das "Wir lesen"-Team den Schritt in die Grundschulen gemacht: Nach dem Pilotprojekt können im kommenden Schuljahr alle Schulen bei "Wir lesen junior" mitmachen. Das medienpädagogische Konzept steht und hat nicht nur Lehrer, sondern vor allem die Kinder an den Testschulen überzeugt. Genau das ist das Ziel: Die jungen Menschen stehen im Mittelpunkt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel