Donaufest Eröffnung im Fluss

Gemeinsam haben die Stadtoberhäupter Gunter Czisch und Gerold Noerenberg von einer Schachtel aus das Donaufest eröffnet – begleitet von der Jungen Bläserphilharmonie und Teilnehmern des Jugendcamps.
Gemeinsam haben die Stadtoberhäupter Gunter Czisch und Gerold Noerenberg von einer Schachtel aus das Donaufest eröffnet – begleitet von der Jungen Bläserphilharmonie und Teilnehmern des Jugendcamps. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm/Neu-Ulm / Hans-Uli Mayer 07.07.2018

Am Vormittag hatte es noch heftig geschüttet, aber als die beiden Oberbürgermeister Gunter Czisch und Gerold Noerenberg kurz nach 16 Uhr die Schachtel „Stadt Linz“ betraten, herrschte eitel Sonnenschein über dem Festgelände auf beiden Donauseiten. Unter den Klängen der von acht Trompetern der Jungen Bläserphilharmonie gespielten Donaufest-Fanfare begrüßten die Stadtoberhäupter von der Mitte des Flusses aus die Gäste, die sich aus allen Donauländern auf den Weg an den Oberlauf des Flusses gemacht haben, der als der europäische Fluss schlechthin bezeichnet wird.

Mehr denn je sei das  Donaufest gerade auch in schwierigen Zeiten deshalb ein Fest der europäischen Idee von Frieden und Freiheit, sagte Ulms OB Gunter Czisch, der sich ganz persönlich auf viele Gespräche freut und vor allem die gelebte Vielfalt am Donauufer lobte. Sein Neu-Ulmer Pendant Gerold Noerenberg sieht im Wetter ein gutes Omen, zumal es nach dem verregneten Vormittag zur Eröffnung sonnig und warm war.

Am Ufer führten die 84 Teilnehmer des Jugendcamps auf den Holztreppen auf Höhe des Fischerviertels ein kurze Choreographie auf. Die in die Farben rot, grün und blau gehüllten Schüler stellten pantomimisch die Kraft der Jugendlichen und die Kraft des Wasser dar und verschmolzen schließlich beide zur Kraft Europas. Das Duo Hannah & Falco vom Pop.Camp unterhielt musikalisch.

Das Internationale Donaufest dürfte so ziemlich die einzige Großveranstaltung sein, die gleich zwei offizielle Eröffnungen hat. Nach der am Nachmittag, ging es abends im Edwin-Scharff-Haus fließend weiter.  Umrahmt vom ungarischen Posaunenquartett Four Bones und kurzen Darbietungen aus dem Varieté „Die perfekte Welle“, führte TV-Moderator Markus Brock durch den Abend, in dessen Verlauf die baden-württembergische Staatssekretärin Theresa Schopper als Antwort auf die allerorten aufbrechenden Nationalismen einen neuen Aufbruch für Europa einforderte.

Das Beispiel der beiden Städte Ulm und Neu-Ulm sei geradezu „mustergültig“, wofür den Menschen an Donau und Iller großer Dank gebühre. Ihre Kollegin von bayerischer Seite, Staatssekretärin Carolina Trautner dankte ebenfalls den Städten für die „wertvolle Idee“, die dem richtigen Grundsatz folge, in der Vielfalt die Einheit zu suchen. Kein Fluss der Erde fließe durch mehr Länder als die Donau und streife so viele unterschiedliche Kulturen.

Für die kroatische Regierung lobte deren Europaministerin Gabrijela Zalac die seit vielen Jahren enge Zusammenarbeit, aus der nicht nur viele Freundschaften erwachsen seien, sondern über das kulturelle Hinaus auch hoffnungsvolle wirtschaftliche Kontake, die es nun zu verstetigen gelte.

Ein Wunsch, den auch István Pásztor äußerte. Der Parlamentspräsident der autonomen serbischen Provinz Vojvodina bedankte sich auch dafür, dass er seine Region präsentieren konnte und merkte ganz persönlich an, dass er aus den entlang der Donau entstandenen Freundschaften immer wieder Kraft schöpfe für die alltägliche politische Arbeit. Danach gefragt, was ihn am Ende des Tages am meisten freute, sagte er, dass er noch bis Montag in Ulm bleiben könne.

Gipfeltreffen zum Auftakt im Ulmer Rathaus

Ulm im Fokus Wie kann die Verständigung der Städte und Regionen entlang der Donau weiter verbessert werden? Wo in Kroatien und Serbien können deutsche Unternehmen investieren? Welches sind die Märkte der Zukunft in Südosteuropa? Um diese Fragen ging es gestern im Ulmer Rathaus bei der „Kontaktbörse Donau-Save-Region“. Hinter dem bescheidenen Titel verbarg sich ein politisch-wirtschaftliches Gipfeltreffen mit mehr als 60 Vertretern vom Balkan, darunter die kroatische Europaministerin Gabrijela Zalac und István Pásztor, Parlamentspräsident der autonomen Provinz Vojvodina.

Wirtschaftskontakte Werner Utz, Vorsitzender des Aufsichtstrates der Uzin Utz AG und Vizechef der IHK, zeigte sich überrascht, welche Aktivitäten die serbischen und kroatischen Regionen an der Donau unternehmen, um deutsche Investoren anzulocken. „Es gibt dort ein auffällig großes Interesse an der Region Ulm.“ So bestätigte Bozo Galic, Landrat von Vukovar-Srijem, laufende Verhandlungen mit potenziellen Investoren aus dem Südwesten. Auch der OB von Novi Sad, Milos Vucevic, warb für die idealen Ansiedlungsbedingungen in seiner Donaustadt.

Gemeinsamer Ausklang Heute startet Teil 2 des Donau-Save-Forums um 11 Uhr im Rathaus, bevor es am Abend mit einem „Slawonischen Abend“ im Weindorf gesellig weitergeht. jon

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