Tipps vom Tierarzt So erkennst du eine Erkältung bei Hund und Katze

Umso kälter es draußen wird, umso wichtiger ist es, dass die Vierbeiner einen gemütlichen und warmen Rückzugsort haben.
Umso kälter es draußen wird, umso wichtiger ist es, dass die Vierbeiner einen gemütlichen und warmen Rückzugsort haben. © Foto: Bettina Lober
Ulm / hau 03.12.2018
Erkältung und Husten machen zur kalten Jahreszeit auch vor Hunden und Katzen nicht Halt. Wie du die Symptome frühzeitig erkennen kannst, erfährst du hier.

Symptome: Wie erkenne ich eine Erkältung?

Bei Tieren zeigt sich eine Erkältung mit ähnlichen Symptomen wie beim Menschen: Niesen, laufende Nase, tränende Augen, Husten und Schlappheit sowie Lustlosigkeit sind häufige Symptome einer Erkältung beim Hund. Auch das Ablehnen von Futter kann ein Zeichen für eine Krankheit sein.

„Bei leichteren Erkältungen muss nicht zwingend ein Tierarzt aufgesucht werden“, erklärt Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. Hat dein Hund allerdings Fieber (die Normaltemperatur liegt zwischen 38 oder 39 Grad Celsius) und ist deutlich geschwächt, solltest du einen Tierarzt aufsuchen.

Erkältung bei Katzen

Bei Katzen sind die Anzeichen ähnlich, jedoch sind sie oft schwieriger zu erkennen, da sich Katzen ihr Unwohlsein weniger anmerken lassen. Beobachte deinen Stubentiger daher ganz genau: Tränen die Augen? Hustet oder niest die Katze öfter? Zieht sie sich mehr zurück und schläft? Lehnt sie Futter ab? Hat sie warme Ohren und eine warme Nase? Das könnte auf Fieber hindeuten. Bei Katzen kann die durchschnittliche Körpertemperatur zwischen 37 und 39 Grad Celsius schwanken.

Um harmlos von ernst zu trennen, ist das Messen der Körpertemperatur Mittel der Wahl“, gibt die Tierärztin besorgten Tierbesitzern als Ratschlag mit auf den Weg. Bei Fieber ist also der Weg zum Tierarzt unumgänglich.

Temperatur messen bei Tieren

Stressfrei ist das Fieber messen wahrscheinlich nie. Wenn du dir allerdings eine weitere Person zur Hilfe holst und das Thermometer in Salbe tunkst, damit es gleitfähiger wird, geht es einfacher. Am besten eignet sich ein Fieberthermometer mit einer elastischen Spitze.

Eine Person hält das Tier fest, die andere führt das Thermometer in den After des Tieres ein und wartet, bis das Signal des Geräts eine erfolgreiche Messung bestätigt. „Bei Temperaturen über 39°C ist ein Besuch beim Tierarzt dringend anzuraten“, schließt Dr. Hölscher.

Ansteckung: Sind Erreger von Vierbeinern auf Menschen übertragbar?

Grundsätzlich ist eine Übertragung von Krankheitserregern zwischen Tier und Mensch möglich. Hast du dir eine Krankheit zugezogen, solltest du dich dem Tier gegenüber genauso vorsichtig verhalten wie gegenüber einem anderen Menschen. Verzichte auf Schmuseeinheiten und wasche dir regelmäßig die Hände.

Ist dein Vierbeiner erkrankt, solltest du ebenso auf Hygiene achten. Um einer Krankheitsübertragung vorzubeugen, ist es wichtig, Haustiere voneinander zu trennen. Auch Kinder solltest du von kranken Tieren fernhalten.

Vorbeugung: Wie schütze ich meine Vierbeiner vor einer Erkältung?

Gerade zur nass-kalten Jahreszeit beginnen Hund und Katze schnell zu frieren. Sind die Vierbeiner zu lange der rauen Witterung ausgesetzt, kann dadurch ihr Immunsystem geschwächt werden. Gerade Katzen solltest du im Winter genügend Unterschlupfmöglichkeiten im Garten anbieten. Ist eine Katze besonders kälteempfindlich, lohnt es sich sie nur kurze Zeit alleine draußen zu lassen.

Auch Hunde sind vor einer Erkältung nicht gefeit. Ist das Fell nach einem Spaziergang nass, solltest du es auf jeden Fall gut trocknen. „Bei langhaarigen Tieren kann es erforderlich sein, sie hierzu zu föhnen“, rät Dr. Hölscher. Bei eiskalten Temperaturen darauf achten, dass dein Hund nicht allzu lange auf kaltem Boden sitzt oder liegt. Denn das kann eine Blasenentzündung auslösen. Ist ein Hund doch mal längere Zeit draußen, hilft ein Hundepullover oder -jacke.

Die wichtigste Grundlage und Vorsorge für ein gesundes Tier ist eine ausgewogene Ernährung.

Behandlung: Wie wird mein Tier schnell wieder fit?

„Ist der Appetit gänzlich unbeeinträchtigt und der Hausgenosse spielt fröhlich wie eh und je, spricht das für einen harmlosen Infekt, den das Tier selbst gut in den Griff bekommt. In diesen Fällen genügt es, der Fellnase Ruhe zu gönnen und sie nach Touren ins Freie peinlichst genau abzutrocknen“, erklärt Dr. Hölscher.

Ebenso wichtig ist es, dass die Vierbeiner genügend trinken. Katzen kannst du auch mit Katzenmilch zum Trinken verlocken. Stelle am besten gleich mehrere Wassernäpfe auf, um die Vierbeiner zu motivieren, mehr zu trinken.

Ist die Nase verstopft und die Augen vertränt, dann eignet sich ein fusselfreies, weiches und sauberes Tuch zur Reinigung.

Während Freigänger-Katzen bei Krankheit durchaus ein paar Tage in der Wohnung bleiben können, sollte kranken Hunde Bewegung an der frischen Luft ermöglicht werden. Wichtig ist hierbei, dass sich die Tiere nicht zu lange ohne Bewegung in der Kälte aufhalten.

Stellt sich nach drei Tagen keine Besserung ein, solltest du deinen Vierbeiner zum Tierarzt bringen. Eine verschleppte Erkältung oder gar Blasenentzündung kann chronische Auswirkungen auf die Gesundheit deines Haustieres haben.

Tieren keine Humanmedizin geben

Was uns Menschen gut tut, kann beim Tier ungeahnte Auswirkungen haben. Eine Paracetamol-Tablette zum Beispiel kann für Tiere hochgiftig sein. Daher bitte keine Humanmedizin bei Tieren anwenden. Allgemein solltest du Medikation immer mit deinem Tierarzt absprechen.

Der Ulmer Tierarzt und Blogger Ralph Rückert klärt in einem Blogpost über die Risiken der Selbstmedikation auf.

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