Gedenken Ulmer Erinnerungen an Altkanzler Helmut Kohl

Ulm / kö 19.06.2017
Zwei Ulmer Stadräte erinnern sich an Begegnungen: beim Faschingsball in Wien und auf dem Münsterplatz.

Der Tod von Altkanzler Helmut Kohl am Freitag hat bei denen, die den CDU-Politiker kannten, einerseits Trauer ausgelöst, aber auch Erinnerungen an nette Begegnungen geweckt. So weiß FWG-Stadträtin Helga Malischewski noch gut, wie sie Kohl 1986 beim Ball der Wiener Faschingsgesellschaft traf. Die Gesellschaft, mit der die Große Karnevalsgesellschaft Ulm/Neu-Ulm eine Partnerschaft hatte, verlieh Kohl damals den „Lieber-Augustin-Orden“ für seinen Humor.

Mit dabei an diesem Abend, an dem auch René Kollo und Melanie Hollyday den Orden erhielten, war eben: Helga Malischewski mit ihrem 2005 verstorbenen Mann Joe, der Kohl bei dieser Gelegenheit gleich noch einen Ulmer Faschingsorden verlieh. Es gibt mehrere Fotos, die die Malischewskis mit dem sichtlich gut gelaunten Kanzler zeigen. Allerdings weiß die Stadträtin nicht mehr, was sie zu Kohl gesagt hat. Sie vermutet aber: dass sie eben aus Ulm sei und dass es da den höchsten Kirchturm gibt.

Helga Malischewski hat in ihrem Archiv in Wiblingen sogar einen Ausschnitt der „Bild“-Zeitung, in der Society-Kolumnist Michael Graeter über die Verleihung berichtete. In der Notiz hieß es, Kohl sei „schon lange scharf“ auf den Augustin gewesen, der in Form einer kleinen Porzellanfigur verliehen wird. Die Ulmer ent­sandten im Fasching übrigens nicht nur ihre Gardemädchen nach Wien, auch die Wiener waren mit Delegationen in Ulm.

CDU-Stadrat Siegfried Keppler erinnert sich vor allen an den Besuch Kohls beim SWP-Forum im Stadthaus am 4. Mai 1994. Dabei begrüßte er Kohl in seiner Eigenschaft als Kreisjägermeister auf dem Münsterplatz, wo die Jagdhornbläser aus Ulm, Neu-Ulm und Ehingen spielten. Darüber berichtete später ausführlich das Magazin „Albjäger“.