Bildung Er hat halt keinen Sound

Schüler der Albert-Einstein-Realschule mit Vertretern der unterstützenden Stiftungen und Unternehmen und des HOG-Bildungsinstituts.  Foto: D’r Wiblingr/Looser
Schüler der Albert-Einstein-Realschule mit Vertretern der unterstützenden Stiftungen und Unternehmen und des HOG-Bildungsinstituts. Foto: D’r Wiblingr/Looser © Foto: Foto: D’r Wiblingr/Looser
Ulm / Albert-Einstein-Realschule 06.12.2016

Elektromobilität als top aktuelles und spannendes Zukunftsthema dürfen derzeit insgesamt 37 Neuntklässler der Albert-Einstein-Realschule Ulm-Wiblingen im Technikunterricht hautnah „er-fahren“: In sieben Unterrichtseinheiten montieren die Schüler aus Hunderten von Einzelteilen unter fachlicher Anleitung von E-Roller-Experte Thomas Vogt einen handelsüblichen Elektroroller bis er fahrbereit ist und zur Probefahrt einlädt. Dabei lernen sie die Namen, Eigenschaften und Wirkungszusammenhänge der einzelnen Teile und Baugruppen. Danach wird derselbe Roller wieder fachgerecht demontiert, damit die nächste Gruppe an der Realschule dieselbe Aufgabe durchlaufen kann.

Maurice weiß dieses Projekt zu schätzen: „Mir gefällt an diesem Projekt, dass wir den kompletten Aufbau eines E-Rollers mitbekommen und das Zusammenbauen richtig Spaß macht.“ Mitschüler Tom ergänzt: „Wir konnten auch lernen wie ein Elektromotor aussieht und funktioniert, was ich echt gut finde.“ Christoph denkt schon weiter: „Wir haben hier auch eine wirklich umweltfreundliche Technik kennengelernt.“

Der zugehörige Kurs wird vom HOG-Bildungsinstitut mit Geschäftsführer Oliver Höppner im Rahmen der Initiative Schul-Technikum deutschlandweit angeboten. „Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Schüler, besonders solchen mit MINT-Interessen, frühzeitig Einblicke und Kontakte in einen zukunftsweisenden Technikbereich zu geben“, erläutert Höppner seine Motivation für dieses Projekt.

Das gesamte Projekt mit Erwerb des Rollers als dauerhaftes Unterrichtsobjekt für die Schule wird durch die Unterstützung der Wiblinger Olga-und-Josef-Kögel-Stiftung, des Ulmer Autohauses Held&Ströhle und des Berufsbildungswerks Philipp Jakob Wieland im Rahmen der Bildungspartnerschaft der Schule mit der Wieland-Werke AG ermöglicht.

Kürzlich besuchte ein Kamerateam die Schule, um einen Bericht für die Landesschau zu drehen. Auf die Frage, ob er einen solchen Roller kaufen und fahren würde, antwortete Schüler Hannes spontan: „Der Roller hat einen tollen Abzug und ist gut für die Umwelt, aber er hat halt leider keinen Sound.“

Techniklehrer David Langer hebt die Bedeutung dieses Projekts hervor: „Hier findet Realschulbildung im wahrsten Sinne des Wortes statt: Die Themenstellung und die realistische Umsetzung dieses Projekts passen hervorragend in den Bildungsplan der Realschule im Fach Technik Klasse 9 mit den Hauptthemengebieten Maschinentechnik und Energietechnik. Einige Schüler stehen unmittelbar vor dem Erwerb des zugehörigen 25 km/h-Führerscheins, so dass der Lebensweltbezug des Projekts optimal motivierend ist.“