Neu-Ulm Energiespritze für vier alte Häuser

Neu-Ulm / SWP 09.08.2012
Nach den Plänen zweier Hochschulen saniert die Neu-Ulmer Wohnungsgesellschaft vier Gebäude in Pfuhl. Das Ganze geht auf einen Wettbewerb zurück.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat in Kooperation mit der Neu-Ulmer Wohnungsgesellschaft (Nuwog) einen Planungswettbewerb für die Entwicklung eines Modernisierungskonzeptes für so genannte Plusenergie-Gebäude in der Pfuhler Straße 4, 6 sowie 12, 14 ausgelobt und dafür die Kosten getragen. Am Wettbewerb haben 14 Hochschulen zusammen mit Planungsbüros teilgenommen. In Berlin wurden die Gewinner mit einem Preisgeld in Höhe von je 25 000 Euro ausgezeichnet: die Hochschule Ruhr-West in Mühlheim und die Technische Uni in Darmstadt.

Beide Wettbewerbsteams haben ausgearbeitet, die sanierungsbedürftigen Mehrfamilienhäuser, die sehr viel Energie verbrauchen, in Plusenergiehäuser zu wandeln. Die Energieüberschüsse werden dabei mit Photovoltaik produziert.

Eine Besonderheit des Wettbewerbsbeitrags der Hochschule Ruhr-West ist die Integration der gesamten Haustechnik in die Außenhülle. Dabei soll ein hochwärmedämmendes Fassadensystem vorgefertigt und mit allen notwendigen Leitungen auf die derzeitige Außenwand montiert werden. Dies vermeidet zusätzliche Schächte und Durchbrüche ins Innere. Die Photovoltaik wird auf den nach Süden ausgerichteten Dachflächen montiert.

Auch der Technischen Universität Darmstadt ist es gelungen, aus einem technisch rückständigen Haus ein kleines Kraftwerk zu schaffen. Die wesentlichen Anlagenteile der Haustechnik werden hier im Dachraum integriert. Auffällig an diesem Entwurf ist jedoch der betont behutsame Umgang mit dem Bestand und die sorgfältige Tageslichtplanung für das Wohngebäude.

"Neu-Ulm wird bald um eine Attraktion reicher. Hier werden erstmals sanierte Altbauten mehr Energie produzieren, als sie selbst benötigen. Das ist im Hinblick auf die Energiewende ein sehr interessantes Projekt.", sagte Bundesminister Peter Ramsauer bei der Preisverleihung. Die Nuwog will beide Konzepte in einer Hauszeile jeweils an zwei Gebäuden (16 Mietwohnungen mit zwei und drei Zimmern mit insgesamt 842 Quadratmetern Wohnfläche) umzusetzen. Dazu erhält sie im Rahmen des Pilotverfahrens besondere Fördermittel. Die Fertigstellung ist für 2013 geplant. Danach treten die vier Häuser im Rahmen eines zweijährigen Monitorings in einen Wettbewerb.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel