Aktion 100 000 Aktion 100 000: Endlich mal Glück im Leben

Birgit Eberle 23.12.2017

„Immer, wenn ich dachte, es kann nicht schlimmer kommen, traf mich der nächste Schlag“, sagte Melanie S. vor wenigen Wochen beim Gespräch mit unserer Zeitung. Jetzt dagegen meint sie: „Ich kann es gar nicht glauben, dass ich so viel Glück habe.“

Das Schicksal hat Melanie S. (Name geändert) so hart angefasst, dass die Aktion 100 000 und Ulmer helft es gleich zum Start der neuen Spendenrunde veröffentlicht hat: Die Frau ist 28 Jahre alt, schwer brustkrebskrank, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, deren Vater vor einem Jahr starb. Allein der Tod und die Krankheit sind schon schlimm genug, doch die Frau plagen auch noch finanzielle Sorgen. Die Chemotherapie hat ihre Zähne ruiniert, so dass sie sich nur mit Brei ernähren kann. Und sie darf nicht schwer schleppen, weshalb ihr ein Führerschein den Alltag erleichtern könnte. Aber wie den bekommen, wenn das Geld fehlt?

In der Zwischenzeit ist viel passiert. Die Söflinger Fahrschule „Extrem“ hat der 28-Jährigen einen liebevoll gestalteten Gutschein mit Unterschriften vom ganzen Team geschickt: „Liebe Melanie! Wir, das Team der Fahrschule Extrem würden Dir gerne Deinen Wunsch erfüllen und Dir Deinen Führerschein ermöglichen. Wir freuen uns, Dich bald bei uns in der Fahrschule begrüßen zu dürfen.“  Marlene Paul, Büro-Assistentin von „Extrem“ erklärt, wie es zu dem Gutschein kam: „Wir lesen alle SÜDWEST PRESSE und haben sofort gemeinsam beschlossen, dass wir helfen wollen. Auch weil das Thema Krebs bei einigen im nahen Umfeld präsent ist.“ Doch der Führerschein ist lange nicht alles.

Auch das von der Chemotherapie zerstörte Gebiss wird gerichtet – kostenlos. „Unser Zahntechniker Herr Grau und ich haben den Artikel gelesen und unabhängig voneinander beschlossen, dass wir helfen wollen“, erzählt Zahnarzt Dr. Michael Weiß. Und weiter: „Wir machen das, weil wir so ein tolles Klientel haben, das seit vielen Jahren zu uns kommt. Deshalb wollen wir etwas an die Gesellschaft zurückgeben.“ Auch die Kinder von Melanie S. will er gratis behandeln. Die kann das gar nicht fassen. „Mein großer Sohn hat gesagt: Dann kannst Du endlich wieder essen“, sagt sie. Und der Vierjährige sei in die Luft gesprungen.

„Ich bin unendlich dankbar. Nach dem ersten Schock kommt die Freude mit Tränen darüber, dass es so tolle Menschen gibt“, fasst Melanie S. ihre Reaktion in Worte. Sie denkt an das Weihnachtsfest 2016, an dem sie traurig dagesessen habe und nicht wusste, wie es weitergehen soll. „Dieses Mal habe ich ein glückliches Lächeln im Gesicht. Und ich bin froh, dass ich endlich mal mit einem tollen Gefühl ins neue Jahr starten kann.“

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neue Plüschtiere steckten in einem Sack, den eine Ulmerin für Kinder in Not abgegeben hat. Melanie S. freut sich, dass einige davon ihre Buben zu Weihnachten bekommen.