Endlich einmal Grund zum Feiern an den zahlreichen Baustellen. Die Sedelhöfe präsentierten sich in so glänzendem Licht, wie man es von einer Baugrube nur erwarten kann. Noch viel glanzvoller ging es an der Kienlesbergbrücke zu. Denn die ist zwar noch nicht ganz, aber immerhin fast fertig. Viele Menschen nutzten die Chance, sich das 20 Millionen Euro teure, spektakuläre Bauwerk aus der Nähe anzuschauen.

Diese neue Brücke macht zweifellos was her. Von der Ferne betrachtet ebenso wie aus der Nähe. Die Idee, nicht nur die Straßenbahn auf dieser Achse über die Bahngleise zu schicken, sondern auch Fußgängern und Radfahrern einen großzügigen Raum zu geben, ist sehr gut umgesetzt. Hier kann sich ein besonderes Stück Stadtleben entwickeln. Die Voraussetzungen sind geschaffen.

Allerdings müssen die Ulmer noch warten, ehe sie den Blick auf die Stadt und über die Gleise endlich genießen können. Denn Verspätung hat auch der Brückenbau, die mit sechs Monaten aber bescheiden ausfällt. Bis auf Weiteres werden rot-weiß-gelbe Bauzäune den Weg noch versperren. Aber das ist man ja gewohnt in Ulm. Der gestrige, in allen Belangen sehenswerte Akt, macht jedenfalls Hoffnung, dass das Ende der Dauerbaustellen an einigen Stellen naht. Am 9. Dezember soll die Straßenbahn zwischen Kuhberg und Wissenschaftsstadt fahren. Das Versprechen gilt.