Positionspapier Elf Ulmer stärken Walter Feucht den Rücken

Walter Feucht.
Walter Feucht. © Foto: Archiv (Schwerdtfeger)
Ulm / Ulrike Schleicher 13.03.2018
Die Debatte um die Kolumnen des Autors geht weiter. Ulmer Bürger wollen Foren zu strittigen Themen veranstalten.

Eigentlich hatten sich die Gemüter ja beruhigt. Doch nun befeuert erneut ein „Positionspapier“ mehrerer Ulmer Bürger die Debatte um Walter Feuchts Kolumnen und darüber, was Meinungsfreiheit darf. Es habe sich „etwas hochgeschaukelt, das inzwischen jedes Maß im Umgang miteinander und jede Vernunft in der Argumentation vermissen lässt“, heißt es in der Stellungnahme, die nicht Partei ergreifen, sondern  „zu Mäßigung und zum Anstand“ aufrufen will.

Mit den Inhalten der Kolumnen wollen sich die Verfasser nicht auseinandersetzen. Gegenstand der Initiative sei vielmehr die aus ihrer Sicht überzogene Reaktion von Teilen der Öffentlichkeit, betonen die Unterzeichner, zu denen unter anderen der ehemalige Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Oelmayer gehört. „Es fehlt ein öffentlicher Diskurs in der Stadt zu strittigen Themen“, sagte er auf Anfrage. Nicht nur zu Geflüchteten, zu vielen anderen Themen. Die Idee sei, eine Veranstaltungsform zu schaffen, in der Bürger über diese Themen offen sprechen könnten – jenseits von politischen Parteien,  erklärte der Rechtsanwalt. „Und in der alle Meinungen zu Wort kommen können.“

Antrag der SPD-Fraktion

Was Feucht betreffe, so gelte es, sich mit seinen Aussagen kritisch auseinander zu setzen. Gleiches müssten sich jedoch auch die Verfasser des offenen Briefes gegen die Kolumnen gefallen lassen. Völlig überzogen sei jedoch das Ansinnen, Feucht deshalb vor politische Gremien der Stadt zu zitieren. Damit bezieht sich das Schreiben auf einen Antrag der SPD-Fraktion, die fordert, „das Thema Rassismus und Meinungsfreiheit“ im Internationalen Ausschuss der Stadt zu diskutieren. Von einem Erscheinen Feuchts ist dort nicht die Rede.

„Wir interpretieren das so, dass es um die Person Walter Feucht geht“, erklärt Oelmayer und im Brief wird gemutmaßt, ob Feuchts soziales Engagement und „seine Großzügigkeit gegen seine Äußerungen im Spazz abgewogen werden?“  Gerade in der Öffentlichkeit stehende Personen sollten den Mut aufbringen, Meinungen zu äußern, die nicht von allen geteilt werden. Dies befördere den öffentlichen Diskurs.

Der Brief endet mit dem Vorwurf, der „ganze Vorgang erinnert an ein Scherbengericht im antiken Athen, mit dem Bürger in die Verbannung geschickt wurden“. Wer so handle, sei selbst „ein demagogischer Populist“. Dies stünde für ihn nicht im Widerspruch zu der Forderung zur „Mäßigung“ zurückzukehren. „Wir meinen niemanden speziell damit“, sagte der 63-Jährige.

Die Liste der Unterzeichner

Namen Prof. Ralf U. Peter, Prof. Martin Hörmann, Carlheinz Gern, Eberhard Riedmüller, Heribert Fritz, Markus Kress, Anton Gugelfuss, Thomas Eifert, Andreas von Studnitz, Volker Munk und Thomas Oelmayer.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel