Ulm/Elchingen Elchingen: Pläne für A-8-Ausbau vorgestellt

Die Anschlussstelle bei Oberelchingen wird im Zuge des A-8-Ausbaus umgestaltet. Ein Restweg wird verschwinden, ein Geh- und Radweg entstehen.
Die Anschlussstelle bei Oberelchingen wird im Zuge des A-8-Ausbaus umgestaltet. Ein Restweg wird verschwinden, ein Geh- und Radweg entstehen. © Foto: Oliver Heider
Ulm/Elchingen / OLIVER HEIDER 18.11.2015
Auf sechs statt vier Spuren wird der Verkehr künftig auf der A 8 bei Elchingen rollen. Nun beginnt die heiße Planungsphase: Wie schnell das Projekt umgesetzt wird, hängt von den Elchinger Bürgern ab.

Die A 8 wird auf fast zwölf Kilometern Länge von der Anschlussstelle Ulm-West bis zum Kreuz Ulm/Elchingen ausgebaut. Auf sechs Streifen. Hintergrund ist, dass heute größtenteils ein Standstreifen fehlt, der Verkehr künftig zunehmen dürfte. Wann erste Bagger rollen, hängt davon ab, wie viele Einwände kommen. Das Planfeststellungsverfahren jedenfalls wird vorbereitet. Im Elchinger Gemeinderat wurden am Montagabend vor rund 40 Zuhörern Entwürfe vorgestellt.

Projekt Ein Drittel des Projekts betrifft die baden-württembergische, zwei Drittel die bayerische Seite. Der Südwesten erarbeitete den Vorentwurf, die Autobahndirektion Südbayern die Detailplanung. Diese sei "noch nicht fertig", sagte Leo Weiß von der Direktion. Vom Motto "friss oder stirb" könne keine Rede sein. Man sei gesprächsbereit.

Wege, Straßen, Ausfahrten Was konkret vorgesehen ist, erläuterte Planer Jörg Bard. Im Wesentlichen bekomme die Autobahn links und rechts einen zusätzlichen Streifen. An manchen Stellen werde sie "geringfügig in Höhe und Lage an heutige Anforderungen angepasst". Die Brücke über die L 1165 (Beimerstetten nach Ulm-Jungingen) werde erneuert. Die Anschlussstelle Ulm-Ost ist bereits ausgebaut. Dort werden noch die Verbindungen von der B 19 zur Autobahn angepasst. Der Weitfelder Weg - von Thalfingen nach Seligweiler - werde die A 8 etwa 20 Meter weiter östlich unterqueren und müsse während der Arbeiten etwa zwei bis drei Monate gesperrt werden. Der Leiliweg, den vor allem Landwirte nutzen, müsse um 2,50 Meter abgesenkt werden, weil die Unterführung nicht die erforderliche Höhe habe. Künftige Höhe: 4,50 Meter. Bei der Ausfahrt Oberelchingen werde die Überführung nur noch als Autobahnrampe genutzt. "Der Restweg wird zurückgebaut." Es entstehe ein Rad- und Fußweg ins Grüne. Um den Verkehr zu bremsen, werde am Waldrand ein Kreisverkehr errichtet. Der Göttinger Weg bleibe unverändert.

Rastanlage Der Parkplatz oberhalb von Thalfingen werde ausgebaut. Dort entstehen Toiletten und zusätzliche Lkw-Stellplätze. Von letzteren gebe es dann auf jeder Seite 25. "Wir brauchen den Riesenparkplatz nicht. Wir haben einen in Seligweiler, einen in Leipheim", sagte Karin Batke (UFWG). Die Anlage sei "optisch ein Monstrum", befand Karl Mayer (CSU). Er kritisierte den Flächenverbrauch. An eine Flurbereinigung sei nicht gedacht, sagte Weiß. Gespräche würden geführt, einige Grundstücke seien erworben.

Lärmwall Ab der Ausfahrt Oberelchingen entsteht laut Bard ein Lärmschutzwall. Dieser schirme die Umgebung durchgehend bis zum Autobahnkreuz in zehn Metern Höhe ab.

Entwässerung Erstmals werde ein "geschlossenes Entwässerungssystem" hergestellt. Es reiche von Hohenstadt bis zum Kreuz Ulm/Elchingen. Verunreinigtes Wasser werde in Rückhaltebecken gesammelt, gereinigt, Richtung Donau abgeleitet.

Deisenbach Der Elchinger Rat entschied sich am Montag einstimmig dafür, den Deisenbach in einem Rohr und nicht offen fließen zu lassen. Bisher fließt er vom Kreuz entlang der A 7 in den Autobahnsee. Das Problem: Autobahnwasser, Wasser aus dem Trennsystem von Unterelchingen und der Bach werden bislang in alte Rohre eingeleitet. Die Ströme müssen aber künftig getrennt werden. Weil der Bach dann sauberes Wasser führt, wird er zum Gewässer, die Gemeinde daher zum Träger. Für die Autobahn-Entwässerung werden neue Rohre verlegt und die bestehenden saniert.

Info Eine Bürgerversammlung zum A-8-Ausbau findet am Montag, 30. November, 19 Uhr, in der Aula der Grundschule Unterelchingen statt.

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